Da ein paar Mal das Thema "Flaschenlamm" angeschnitten wurde, habe ich einen wirklich lesenswerten Beitrag und gleichzeitig eine sehr sehr gute Zusammenfassung gefunden, wie es zu einem Flaschenlamm kommt und wie man sich zu verhalten hat. Hier erstmal der
Link:
Flaschenlamm, Flaschenlämmer, alles was wichtig ist...
Quelle: schaf-foren.de - Vielen dank an das Redaktion-Team!
Hier ein paar
Auszüge:
"Zunächst muss festgestellt werden, ob eine künstliche Aufzucht wirklich notwendig oder erwünscht ist. Es gibt verschiedene Gründe die für die mutterlose Aufzucht von Lämmern sprechen.
a) Als erstes ist der Tod des Muttertieres auf zu führen.. Tritt dieser unvorhersehbar ein, so kann in der Regel zuvor keine Milch mehr für das Lamm gemolken werden.
b) Weiterhin kann es vorkommen, das die Aue –noch- keine Milch hat. In einige Fällen schießt die Milch erst einige Tage nach dem Fallen des Lamms ein- dann muss nur eine gewisse Zeit durch die künstliche Aufzucht überbrückt werden.
c) Die Aue lässt das Lamm nicht trinken...."
"Steht nun aus einem der vorgenannten Gründe fest, das ein Lamm künstlich aufgezogen werden muss, so ist noch von Bedeutung ob das Lamm zuvor die Biestmilch von der Aue bekommen hat. Hat das Lamm keine Biestmilch von der Mutter erhalten, so hat man wieder verschiedene Möglichkeiten:..."
"Die Biestmilch wird an den ersten 2 Tagen alle 2 Stunden aus einer Flasche mit Sauger verabreicht. Bei Austauschern ist das empfohlene Mischungsverhältnis streng einzuhalten. Die Tränketemperatur sollte zwischen 39 und 35°C liegen- eine zu kalte Tränke kann im Labmagen nur unzureichend gesäuert werden, was dazu führt, das Milchinhaltsstoffe unaufbereitet in den Darm gelangen und dort massive erdauungsstörungen hervorrufen...."
Mahlzeit!
Die bei schaf-foren beschriebene Methode ist die perfekte Aufzucht, Die allermeisten Lämmer kommen auch mit etwas raubeinigeren Methoden zurecht (längere Pausen zwischen den Säugezeiten etc. pp.) zu kalte Tränke ist der sichere Tod...
Gruß der Hornbläser
Zu c) habe ich mal eine Frage:
Ich habe, als ich noch geritten bin, mal gelesen, wie man auf Bauernhöfen Fohlen an Stuten heranbringt, die sie nicht saugen lassen wollen; bspw., weil das Euter zu prall ist, heißt ist und schmerzt.
Dort schmieren sie das Euter mit Schmalz ein, und fächeln anschließend Luft dagegen, die es ein wenig abkühlt.
Gleichzeitig wird das Fohlen mit ein paar Körnchen Salz eingerieben, um der Stute es auch von Seiten des Ableckens (z.B. direkt nach der Geburt) so angenehm wie möglich zu machen - sie braucht ja Salz.
Gilt Ähnliches auch bei Schafen?
(Ich weiß, ich stelle Fragen...

)
Ein schaf ist kein pferd !
... alles ruhig .....
Ich habe mit für den Notfall Biestmilch eingefroren - Miniportionen die ich mit viel gutem zureden abgemolken habe (in den Fingerhut) zudem habe ich Lämmermilch und Kuhbiestmilch im Kühlschrank.
Ansonsten habe ich bisher die Mädels mit besonderen Mineralien, viel Geduld und immer wieder anlegen - mit festhalten auch an eine andere Mutter die kleinen durchbekommen. Es war in sieben Jahren bisher nur zweimal kritisch - da habe ich Glück gehabt - bin aber wie schon gesagt ansonsten gut vorbereitet. Wenn Biestmilch noch aufgenommen wurde gibt es bei uns auch Ziegen und Schafmilch im Supermarkt. Ich habe bisher die Milch nur via Eingabespritze in die kleinen Tiere bekommen - nur der Sauger einer "Liebesperlenflasche" würde von der Größe gehen.
Mahlzeit!
Bei Schafen (nicht Kuschelschafen) gilt häufig: Wer zu blöd ist zu saufen geht kaputt, ein Schaf, das seine Lämmer nicht großzieht geht zum Schlachter. Das hat was damit zu tun, daß jemand der von seinen Schafen leben will es sich aus betriebswirtschaftlichen Gründen nicht leisten kann sentimental zu sein.
Ich ziehe alle meine Lämmer auf (sofern es möglich ist - manche schaffen es einfach nicht) bei Mutterschafen mit zuwenig Milch, oder kaputtem Euter bin ich erbarmungslos. Zucht ist immer Selektion - ich will keine Tiere haben die vollständig von mir abhängig sind. Da Pferde deutlich teurer sind als Schafe und die wenigsten Pferdezüchter mehr als zehn Stuten haben mag mehr Aufwand gerechtfertigt sein... Eine Euterentzündung muß behandelt werden.
Gruß der Hornbläser
Fangen diese mit der Flasche aufgezogenen Lämmer trotzdem an sich wie ein Schaf zu verhalten?
Vor ungefähr 8 Jahren wurde ich Zeuge wie ein Lämmchen in einer Schafherde geboren wurde. Da es zu schwach war und dem Rufen seiner Mutter nicht folgte zog sie mit ihrem anderen Lamm davon und hat es liegen lassen. Der Schäfer weigerte sich trotz meines Bittens es mit der Flasche groß zu ziehen und ich musste mich seiner annehmen. Er hat es bei einer anderen Mutter kurz trinken lassen und es dann in meinen Kofferraum gelegt. Er wünschte mir noch viel Erfolg und sagte das ich Lämmeraufzuchtmilch bei der Genossenschaft bekomme. Nach einer sehr kritischen Nacht, weil der Knabe nicht trinken wollte, lief in der nächsten Zeit alles gut. Als er größer wurde kamen dann die Probleme, er versuchte regelmäßig meine Kinder (die sich nicht mehr in den Garten trauten) zu decken und lieferte sich mit mir Keilereien. Das größte Problem war das der Bursche nicht einen Grashalm gefressen hat. Er hatte zwar schon kleine Hörner aber er trank nur seine Pulle ( mittlerweile 1,5 Flaschen alle 2 Stunden rund um die Uhr) und es war das erste und einzige mal das ich froh war ein Tier wieder los zu sein. Glücklicherweise konnte er ein Deichschaf werden. Habe ich da etwas falsch gemacht? Wir haben sogar auf dem Rasen gelegen und so getan als ob wir grasen in der Hoffnung er macht es uns nach.
Viele Grüße
Uli
Mit meinen beschränkte Wissen von Schafen sag ich: Schafe sind Herdentiere. Die brauchen einfach soziale Schaf-Kontakten zum lernen. Ich denke, dass es deinen Lamm in einer Gruppe viel besser gegangen wäre. Nicht die Flasche hat Schuld daran, aber das alleine Aufwachsen (von Schafen die nur für den Milch gehalten werden, bekommen die Lämmer auch nur Flaschenmilch.).
Hallo,
ich empfehle Liebesperlenfläschchen, die waren schwerer zu bekommen als die Aufzuchtmilch. Zunächst gab´s allerdings Biestmilch durch anlegen an der Aue. Leider hat sie ihr Lamm deutlich abgelehnt und auch nicht genug Milch bekommen.
Und dann hat sich das Lämmchen einen Beschützer ausgeguckt zum Ankuscheln

!
Tagsüber geht sie inzwischen aber in den Lämmerkindergarten, sie wird von den anderen Auen nicht mehr ganz so schlimm gemobbt und ist kräftig genug (jetzt 11 Tage). Jetzt kann sie auch schon aus einer richtigen Babyflasche mit Welpensauger trinken. Nachts ist sie noch im Haus. Meine Kinder sind begeistert

.
Liebe Grüße, Marion
Hallo Ihr Schäfer und Lamm-Aufzieher! Hallo Optistern!
Auf Deine Frage "Fangen diese mit der Flasche aufgezogenen Lämmer trotzdem an sich wie ein Schaf zu verhalten?"
Also ich hab auch gerade zwei (männliche) Lämmchen aufgezogen. Die Mutter war gestorben, der Besitzer, ein Bauer, ist zeitlich zu sehr beansprucht für eine Handaufzucht. Waren aber "normale", also große Milch-Mix-Schafe. Meine Erfahrungen bis jetzt:
Also "falsch gemacht" hast Du bestimmt nichts. Das Gras-Fressen haben unsere selbst angefangen, so nach 3-4 Wochen etwa. Wir hatten da aber auch Bedenken und haben ihnen schon vorher etwas "vorgegraßt". Bestimmt lustig für unsere Nachbarn, angefangen haben die Lämmer dann aber ganz unabhängig von unseren Versuchen, in dem Fall wohl ein genetisches Programm...
Ein Problem bei uns: unsere Zwillings-Lämmchen hatten keine Biestmilch mehr von der Mutter bekommen, bevor diese starb. Der Bauer gab ihnen dann Biestmilch von einer Kuh. Eines der beiden war etwas schwächlicher als das andere und starb nach dem Kastrieren im Alter von 3 Wochen. War sein erster großer Ausflug in die weite Welt...die Immunlage solcher Lämmchen ist nicht so doll.
Nummer zwei lebt noch, ist 9 Wochen alt und gestern haben wir es dem Besitzer zurückgegeben. Mal schauen , ob es die Umstellung jetzt packt. Die Michmenge haben wir bereits reduziert, Graß und Heu frisst es gut und es bekommt jetzt eben nur noch morgens und abends ein "Fläschchen".
Zum Thema: "Als er größer wurde kamen dann die Probleme, er versuchte regelmäßig meine Kinder (die sich nicht mehr in den Garten trauten) zu decken und lieferte sich mit mir Keilereien"
Also Aufgeritten ist unser Hammel-Lämmchen bei unserem Sohn (2,5 Jahre alt) auch gerne. Wir erklärten es ihm als so eine Art "Schaf-Umarmung". Unser Sohn hat mit dem Schaf dann auch "Umarmen" gespielt und die beiden waren so was wie Geschwister. Zusammen hüpfen, rempeln und am Boden rumliegen...aber das "Lämmchen" war am Ende eben schon fast doppelt so schwer wie unser Sohn. Und es hatte den unbändigen Drang, unsere Wohnung zu stürmen - zwar ganz witzig aber auch etwas lästig.
So sind wir jetzt auch ganz froh, das Thema "Schäfchen" wieder in professionelle Hände zu legen. So ein "Kuschelschaf" wird groß, braucht seine Herde und sprengt schnell den Rahmen eines normalen Haushalts in einer Wohngegend...
Mit vielen Grüßen an alle menschlichen "Schaf-Eltern". Wenn es interessier können wir ja später berichten, ob unser Flaschenlamm sich dann in die neue Herde gut eingefügt hat, wenn....