Hallo, hab diese Thema bereits in der Vorstellungsrunde angesprochen und daraufhin den Tip bekommen, es hier zusätzlich zu versuchen. Bin seit einer Woche Schafhalterin und kurzfristig noch auf der Suche nach der geeignetsten Wanderumzäunung für meine Ouessants. Wer hat Erfahrung mit Elektrozäunen oder aber Elektroknotengitternetzen und mag berichten, was seiner Ansicht nach für das eine bzw. das andre spricht? Freu mich auf Eure Antworten. Danke im voraus!
Ju
Moin!
Ouessantschafe und Stromzaun sind zwei Dinge, die nur bedingt zusammen passen.
Glattdraht hat den Vorteil, daß er gut leitet, nur leider kann man den wie auch Kordeln und Litzen nicht so knapp über dem Boden spannen, daß nicht zumindest die Lämmer unterdurch schlüpfen könnten, oder er permanent zuwächst. Für mobile Einzänungen ist das Netz die richtige Wahl - nur hat man bei Netzen und behörnten Schafen eine nicht geringe Verhedderungsgefahr....
Am ungefährlichsten für das Schaf ist eine mobile Einzäung mit Hürden - die allerdings sehr teuer, schwer und zeitintensiv (Auf- & Abbau) ist.
Als feste Einzäung rate ich zu Knottengitter mit 15 horizontalen Drähten, statt der üblichen acht (bei einem Meter Zaunhöhe) - zusätzlich kann man mit Abstandsisolaroren auf ca. 35cm Höhe noch einen Glatttraht mit Strom spannen.
Für alle elektrischen Einzäunungen gilt, wenn nicht genügent Saft drauf ist - besteht akute Ausbruchsgefahr!!! Es empfehlen sich Netzgeräte deren Entladungsenergie bewuchsvernichtent ist.
Gruß der Hornbläser
Vielen Dank für die erhellenden Infos, Hornbläser, und ebenfalls moin! Verheddern sich die gehörnten Schafe tatsächlich auch in einem Netz, wenn da gut Strom drauf ist? Ich hatte heimlich gehofft, der würde sie davon abhalten, dem Netz zu nahe zu kommen... Und wenn man Litze recht tief spannt und zudem so ein bewuchsvernichtendes Gerät anschließt, wie Du es genannt hast, könnten da die Chancen steigen? Ich hatte nämlich durchaus vor, die Schafe nicht zu lange am selben Platz zu lassen, sondern in kurzen Abständen Stück für Stück übers Gelände zu wandern, und dafür keine allzu große Fläche auf einmal abzustecken... Würde weitere Rückmeldung sehr begrüßen...
Moin!
Meine Schafe fressen bis auf wenige Zentimeter an den stromführenden Draht heran - und hlaten definitiv keinen Sicherheitsabstand selbst bei höchster Entladeenergie.
Wenn Du häufig umsteckst empfiehlt es sich für das Netz eine Trasse zu mähen. Ich habe schon häufiger von toten Schafen im Elektronetz gehört, von daher mahne ich lieber zur Vorsicht. Wenn ein Bock sich (auch nur aus Versehen) mit den Hörnern im Netz verfängt ist das das Ende es sei denn man sieht es zufällig zur rechten Zeit.
Gruß der Hornbläser
Ich arbeite seit einem Jahr mit Knotengitternetz mit bewuchsvernichtender Spannung. Bislang habe ich damit keinerlei Probleme gehabt. Die Tiere haben durchaus Respekt vor dem Zaun und achten immer darauf, ihn beim fressen nicht zu berühren, das ist ganz deutlich zu erkennen. Insbesondere für regelmäßiges Umstecken ist das nach meiner Ansicht optimal.
Eine Verhedderungsgefahr kann natürlich nicht geleugnet werden. Aber ich denke, dass sich diese verringert, je mehr Respekt die Tiere vor dem Zaun haben. Insofern ist das Wichtigste, das richtige Weidezaungerät zu haben, das ausreichend Impulse abgibt ! An dieser Stelle sollte man auf keinen Fall sparen !
Der Tip von Anton Hornbläser einen zusätzlichen Glattdraht davor zu spannen scheint mir eigentlich eine gute Idee zu sein, allerdings dürfte das Umstecken des Netzes dadurch etwas erschwert werden.
Knotengitternetz
Da fangen sie an die Verständigungsprobs....
Knottengitter ist ein Drahtgeflecht, daß zur Einzäunung von Schafskoppeln, oder Wildgehegen benutz wird.
Bei einem Elektonetz wird es schwer fallen einen Glattdraht mittels Abstandsisolatoren so montieren...
Elektonetze sind nicht für eine dauerhafte Einzäunung geeignet.
Gruß der Hornbläser
Hallo und besten Dank auch noch für alle Rückmeldungen.
Irgendwie bekomme ich allmählich das Gefühl, dass meine ursprünglichen Vorstellungen aus für mich immer mehr nachvollziehbaren Gründen von niemandem in dieser Form praktiziert werden, und da ich selbst auch nicht wirklich hundertprozentig davon überzeugt bin, will ich da im Moment keine Pionierarbeit leisten. Da heißt für mich aktuell, dass ich vorerst wohl lieber versuchen werde, meine bestehende Knotengitter-Holzpfahl-Konstruktion "weiter zu entwickeln" und damit irgendeine an unsere Situation angepaßte Wandermöglichkeit herauszufinden (zusätzlich zum bleibenden Gehege). Eure Infos waren sehr hilfreich dabei, zu dieser Entscheidung zu kommen - nochmals vielen Dank!
Hallo,
ich nutze jetzt seit 3 Jahren E-Netze, da ich mehrere Weiden nutze und aus verschiedenen Gründen dort keinen Festzaun setzen kann bzw. obwohl ich es teilweise dürfte, es nicht möchte.
Ich halte Moorschnucken und Ouessants.
Ich hatte bisher 2 Todesfälle. Der eine wurde duch einen wildernden Hund verursacht, der die Tiere gescheucht hatte. Der Zaun war weiträumig umgerissen und ein Schaf im losen Ende total verwickelt.
Den 2. Todesfall hatte ich vor gut 2 Wochen, meine Lieblings-Ouessant-Aue hing verendet im Zaun! Für mich erst unerklärlich! Dann stellte ich fest, dass der Strom aus war! Der Besitzer der Weide hatte in der Nähe Arbeiten zu erledigen gehabt, hatte den Strom ausgestellt und leider vergessen wieder anzumachen. Ihm tut es selber ganz furchtbar leid. Ich kann auch nicht böse sein, da ich die Weide umsonst nutzen darf, die Leute sich immer wirklich kümmern (füllen Wasser auf, wechseln die Batterie) und sofort Bescheid sagen, wenn irgend etwas ungewöhnlich ist.
Es ist also unbedingt wichtig auf den Netzen immer richtig gut Saft drauf zu haben, dann klappt es schon wunderbar! Vor wildernden Hunden oder dass ein einzelnes Tier auch mal merkwürdige Ideen entwickelt, kann man sich, egal mit welchem Zaun, nie hundertprozentig schützen.
Ab diesen Herbst werde ich allerdings 2 Ha fest mit Knotengitter (also Schaf bzw. Wildzaun) eingezäunt zur Verfügung haben. Davor werde ich dann aber auch 1 oder 2 glatte Stromdrähte zusätzlich noch setzen. Das finde ich die optimalste Lösung.
Gruß
Regina
welche aue war das denn?
ich kann jeden den englischen oder französischen Kastanienzaun empfehlen , sieht zierlich aus aber ist ouessantbock- fest weil er mitfedert.
lg marion
O.k., die E-Zaun-Variante wird immer noch fragwürdiger... Ist denn der Kastanienzaun ebenso gut versetzbar wir er teuer ist?