Das Ouessant Forum

Normale Version: keine Milch !!!!!!
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Also erstmal danke Anton Hornbläser und Sabine für die Stellungnahmen. Insbesondere habe ich mich sehr gefreut über die Richtschnur von Sabine (ca. 12 % des Körpergewichtes). Nun hatte ich endlich einen Eckpunkt und war etwas beruhigt, dass ich dem Lamm erstens in etwa genug Kolostrum gegeben hatte (und auch nicht zuviel)

Heute ging es dann so weiter: wie gesagt, die Milch war eingeschossen, aber das Kleine machte keinerlei Anstalten zu suchen geschweige denn, zu trinken. Ich habe die Mutter dann mit Hilfe einer Nachbarin gehalten und das Lamm angelegt und siehe da, es nuckele begeistert. Aber dann trat das Muttertier aus. Ich habe sein Bein festgehalten und das Lamm hat getrunken. Aber auch nach mehrmaligem Anlegen immer dasselbe. Das Lamm darf stossen und nuckeln, aber (ich nehme an) sobald es saugt, tritt die Mutter. Deshalb hat das Lamm auch keine Anstalten mehr gemacht, ans Euter zu kommen. Ich habe ihm dann Lämmermilch mit der Flasche gegeben. Mittlerweile boxt die Mutter das Kleine weg, sobald es sich dem Euter nähert. Ich werde es halt jetzt mit der Flasche aufziehen.
Nun hoffe ich, dass alles weitere gut klappen wird. Erstmal vielen Dank für eure Hilfe. Ich bin froh, dieses Forum gefunden zu haben, denn ich habe mit Ouessants keine Erfahrung. Wir hatten früher eine kleine Herde Merino-Landschafe, aber da war auch mein Mann noch da, der war der Bauer. Nun muß ich alles, was mir noch an Wissen fehlt, selbst aneignen und da gibt so ein Forum auch ein wenig Sicherheit, sich Ratschläge holen zu können. Vielleicht kann ich ja auch irgendwann mal weiterhelfen.

LG von Anna-Maria

frieda schrieb:
6.-10. Tag alle 5 Stunden, Nachts 9 Stunden Pause -> Tagesmenge /4
11.-56. Tag alle 6 Stunden, Nachts 12 Stunden Pause -> Tagesmenge /3


Nachtpausen von mehr als acht Stunden erachte ich als unangebracht - Lämmer die noch keine 14 Tage alt sind nur dreimal täglich zu füttern ist m.E. nicht artgerecht. Solche Lämmer bleiben entweder zurück und werden Kümmerlinge, oder bekommen soviel Milch auf einmal, daß der Pansen überläuft und die Probleme erst recht anfangen....

Gruß der Hornbläser

Öfter kleinere Mengen ist sicher besser. Hab' mir den Tränkeplan aber nicht selbst ausgedacht. Er stammt aus einem Standardwerk - Lehrbuch der Schafkrankheiten von Behrends, Ganter, Hiepe - bei dem ich davon ausgegangen bin, dass die Gesundheit der Lämmer nicht vor der Wirtschaftlichkeit steht - auch wenn im Kleingedruckten die Gewährleistung ausgeschlossen ist. Auch in 'Alles für das Schaf' von Arnold & Reibetanz stehen entsprechende Angaben. Glücklicherweise hat es bei mir bis dato damit auch gut funktioniert.

Ciao, Sabine
Hallo an alle, die die Beiträge verfolgt oder eingesendet haben!!
Ich wollte mich nun noch einmal melden und berichten, wie es so gegangen ist: Die vergangenen Tage waren ziemlich aufreibend, aber ich denke, nun sind wir überm Berg. Ich habe dem Lamm nach Bedarf, aber spätestens alle 2 - 3 Stunden (ohne Nachtpause) die Milch mittels einer Spritze verabreicht, jedoch jedes Mal auch wieder versucht, es an den Sauger zu gewöhnen. Seit gestern abend klappt das nun wunderbar und es hat einen ordentlichen Zug am Hals. Das Lamm hat bereits am 3.Tag mehr als seine 12% vom Körpergewicht verlangt (ca. 15%), hatte aber Schwiegigkeiten, Kot abzusetzen. Kleinere leichte Darmmassagen und das Putzen des Anus (Reizen des Schließmuskelreflexes) halfen uns auch über diese Hürde hinweg. Ich gebe nun nach Gefühl: wenn der Bauch sich rund und voll anfühlt, ist Schluß. Seit gestern (5.Tag) haben wir nun einen 3 - 4 Stunden - Rhythmus, aber keine starre Regel. Ich schaue öfter nach; wenn alles friedlich rumliegt, schleich ich mich wieder. Die Mutter kümmert sich (nicht übermäßig, ist aber dennoch wachsam) und mit dem anderen Lamm (12 Tage älter) tobt es mittlerweile schon auf der Koppel rum. Ab morgen nacht will ich wieder eine längere Nachtruhepause für mich und die Herde einführen (so 5 Stunden erstmal), dann entspannt sich die Lage wieder, denke ich.

Nochmals ganz vielen herzlichen Dank für die Kommentare und Hilfestellungen, auch für den Ernährungsplan. Er war für mich eine wertvolle Orientierungshilfe, doch auch Anton hat recht, wenn er meint, so Einiges daran sei nicht sehr artgerecht. Ich versuche schon, mich den natürlichen Verhältnissen so weit es geht anzupassen, was die Fütterung angeht, und mich ansonsten möglichst wenig einzumischen, um das natürliche Gefüge in der Herde nicht zu sehr zu stören.
Ich weiß, Schemata und starre Pläne sind lebens- und entwicklungsfeindlich, doch wie sollen wir ganz ohne sie zurecht kommen, wenn wir noch nicht so viel Erfahrung haben und noch viel lernen müssen?

Einer meiner Homöopathieausbilder hat immer gesagt: "Das Leben kennt kein Schema, aber mit Schema gehts bequema!" und meinte damit: Benutze ein Schema, aber halte dich nicht daran fest. Und so verfahre ich auch mit den vielen wertvollen Tipps und Ratschlägen hier im Forum. Vielen Dank dafür.

Mit lieben Grüßen aus dem lieblichen Elsaß, Anna-Maria.
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