Das Ouessant Forum

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Hallo liebe Ouessant-Freunde!

Nachdem ich in einem kleinen Tierpark zum ersten mal eine kleine Gruppe schwarzer, kleiner Schafe mit neugierigen gelben Augen entdeckte, wurde ich auf diese Rasse aufmerksam.

Seit einiger Zeit wohne ich auf dem Dorf und interessiere mich sehr für Tiere. Da außer einem am Haus liegenden Garten noch ein unbebautes, eingezäuntes (Maschendrahtzaun) Grundstück (mit Obstbäumen) dazugehört, kam mir die Idee, ob sich hier Schafe wohlfühlen könnten. Ich habe ein paar Infos aus dem Internet und dem Buch "Schafe - ideale Weidetiere an Haus und Hof" von Dorethee Dahl gesammelt, wollte aber doch noch mal genauer nachfragen. Das Grundstück ist etwa 800 qm groß. Würden sich dort zwei Schafe ausreichend bewegen und fressen können? Müsste ich etwas zufüttern und wie sieht soetwas aus? Also in Form von Heu oder eher Kraftfutter? Ich habe gelesen, dass Standweiden eher nicht so gut sind, sollte ich dann diese Fläche in zwei Teile teilen oder ist das dann zu klein? Ich habe noch keine Erfahrungen mit Weidemanagement und bin manchmal von den verschiedenen Informationen verwirrt. Was meint ihr? Und sind zwei Schafe zu wenig? Manche meinen, mindestens drei sollten es sein - aber dann ist vermutlich die Fläche zu klein, oder?
Ich könnte mir vorstellen, dort einen kleinen Unterstand (offenstall) aufzubauen, dürften die Tiere dann auch im Winter dort stehen? Es gäbe auch die Möglichkeit, sie in der Nähe des Hauses unterzubringen (Schuppen umbauen) und ihnen dort einen kleinen Auslauf in den Garten abzuzäumen (z.B. über Nacht, da alles im Wohngebiet liegt, wie macht ihr das?), wenn das geht - ich habe gesehen, ihr benutzt oft Halsbänder. Kann man Schafen ähnlich beibringen, an der Leine zu gehen, wie Hunden?


Wie ihr seht, hab ich viele Fragen (eigentlich noch viel mehr *g*) und würde mich sehr über eure Ratschläge und Tipps freuen,

liebe Grüße,
Countrygirl
Hi,

also ich persönlich halte zwei für "zu wenig". Ich denke drei sollten es schon sein.
Aber da bin ich etwas subjektiv weil letztes WE wir eines einschläfern lassen mussten und jetzt nur noch zwei traurige Pelze rumlaufen...gibt sich aber wohl wieder, bzw. wir holen wieder ein oder zwei dazu.

Wir hatten also drei auf ca. 1000-1200qm, mit Umtrieb auf 4-5 Teilstücken, das hat von der Weidengröße her gut geklappt. Ich denke für unsere hätte auch etwas weniger gereicht, wir mussten z.T. nachmähen.
Kraftfutter haben wir noch nicht gegeben, es bleibt bei einer Handvoll Hafer am Tag als Leckerli. ANsonsten Gras, Heu und im Winter Grummet (Öhmd).

Also ich würde auf jeden Fall Umtriebsweide(n) machen, damit sich der Kot "vertrennt".

Offenstall ist eigentlich kein Thema (drei Seiten zu), meine waren eigentlich selten drin ausser es hat richtig gesaut...z.T. musste ich sie freischaufeln am Morgen :-))

Wenn Du einen Schuppen hast, würde ich davor eine kleinen Offenstall machen mit einem Durchgang in den Schuppen falls sie wollen. Aber eigentlich wollen sie mehr draussen bleiben.

Viele Grüße
Tom
Hallo Tom!

Vielen Dank für deine schnelle Antwort Smile

Das mit eurem Schaf tut mir leid. Gehts euch wieder besser?

Die Weidefläche, die du beschreibst, hast du sie nach Futtermenge, Lauffläche oder der Zeit für die Beweidung (z.B. wegen Parasiten) so aufgeteilt? Ich habe mir überlegt, ob ich dann das 800 qm Stück in drei Teile teilen würde, damit ausreichend Platz zum laufen vorhanden ist. Oder ist das nicht so sinnvoll? Würden sich dort wohl auch drei Tiere wohlfühlen? Ich möchte sie nicht einquetschen Wink Eine weitere Frage dazu wäre, wenn ich drei Schafe hätte, müsste ich vermutlich mit Heu zufüttern, oder?

Dann mal noch eine Frage zum Offenstall. Ist es für einen ungeübten Handwerker möglich, selbst einen zu bauen und gibt es da Anleitungen dazu? Ist es nötig, dass man bei einer so kleinen Herde den Unterstand so hoch baut, dass man selbst darin stehen kann?

Jetzt doch noch was Allgemeines. Ich habe zwar schon gelesen, dass man eine Haftpflichtversicherung abschließen sollte, würde aber gerne wissen, wie viel diese etwa kostet. Macht es einen Unterschied, dass ein "fester" Zaun um das Grundstück steht? Ich habe eine bisher nur eine Versicherung für meinen Hund.
Dann würde ich gerne noch mal generell fragen, wie die Kosten bei einer kleinen Schafherde aussehen, mit Impfung, Wurmkur, Parasitenvorbeugung, Futter, evl. auch ungefähr für den Offenstall, usw. Einzeln habe ich mich schon über Schafnetze und Weidezaungeräte informiert - angeblich "brauchen" manche Schafe gar keinen Strom, stimmt das?

Oh Mann, sorry, so viele Fragen...
Eine noch: Wie würdet ihr das Wesen und Verhalten der Ouessantschafe beschreiben? Ich weiß bisher, dass sie menschenfreundlich, sehr robust und gut für Anfänger geeignet sind. Was macht ihr mit euren Schafen? Gibt es bestimmte Beschäftigungen, die sie mögen? Kann man mit ihnen spazieren gehen oder ist das (wegen Hunden z.B.) zu gefährlich?

Liebe Grüße und schon mal vielen Dank für eure Antworten,
das neugierige Countrygirl
[quote=Countrygirl]
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Dann mal noch eine Frage zum Offenstall. Ist es für einen ungeübten Handwerker möglich, selbst einen zu bauen und gibt es da Anleitungen dazu? Ist es nötig, dass man bei einer so kleinen Herde den Unterstand so hoch baut, dass man selbst darin stehen kann?
futzek: Ich hab meinen ersten Unterstand auch selbst gebaut - war nicht schön aber zweckmäßig. Meiner war nur 135 hoch und ich hab oft geflucht - weil ich mir beim füllen der Heuraufe den Kopf gestossen habe. Daher haben die nächsten Unterstände in etwa meine Größe

Jetzt doch noch was Allgemeines. Ich habe zwar schon gelesen, dass man eine Haftpflichtversicherung abschließen sollte, würde aber gerne wissen, wie viel diese etwa kostet. Macht es einen Unterschied, dass ein "fester" Zaun um das Grundstück steht? Ich habe eine bisher nur eine Versicherung für meinen Hund.

futzek: meist ist in der normalen Haftpflicht die Haltung von einigen Ouessants enthalten - aber das sollte man den Versicherungsvertreter befragen oder direkt bei der Versicherung nachfragen.

Dann würde ich gerne noch mal generell fragen, wie die Kosten bei einer kleinen Schafherde aussehen, mit Impfung, Wurmkur, Parasitenvorbeugung, Futter, evl. auch ungefähr für den Offenstall, usw. Impfungen, Parasitenmittel und Wurmkur sind meist kleine Beträge - aber die Anfahrt des Tierarztes kostet - muss man sich beim jeweiligen Tierarzt schlau machen. Für 25 Kilo Schaffutter bezahle ich 14 Euro - für 3 Tiere reicht das sicher ein ganzes Jahr wenn nicht mehr. Die Tiere sollen ja nur einige Gramm am Tag bekommen. Vielleicht kauft man besser in kleineren Gebinden - was die kosten kann ich nicht sagen.
Der Stall kostet das Haus, Schrauben und Dachpappe und ggf. Steine - ich habe für meine Erstausstattung 250 Euro ausgegeben. Vermutlich geht es auch günstiger - ich habe damals Lärche genommen.

Einzeln habe ich mich schon über Schafnetze und Weidezaungeräte informiert - angeblich "brauchen" manche Schafe gar keinen Strom, stimmt das?
futzek: Schafnetz ohne Strom geht nicht! Siehe hier.


Eine noch: Wie würdet ihr das Wesen und Verhalten der Ouessantschafe beschreiben? Ich weiß bisher, dass sie menschenfreundlich, sehr robust und gut für Anfänger geeignet sind. Was macht ihr mit euren Schafen? Gibt es bestimmte Beschäftigungen, die sie mögen? Kann man mit ihnen spazieren gehen oder ist das (wegen Hunden z.B.) zu gefährlich?

futzek: Auch bei Ouessants gibt es wie bei uns Menschen solche und solche. Die meisten meiner Tiere sind sehr zutraulich und kommen bis an die Hand und knabbern daran und lassen sich streicheln von ihnen bekannten Menschen. Sie mögen es zu klettern - zum Beispiel auf Baumstämmen oder Steinhügeln. Spazieren gehen etc würde ich nicht tun - an der Leine gehen meine aber schon.

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Countrygirl schrieb:
Das mit eurem Schaf tut mir leid. Gehts euch wieder besser?

Na ja, wir waren relativ schnell drüber weg, die anderen trauern immer noch, Zwei sind eindeutig zu wenig, das ist keine Herde mehr.
Aber wir werden Anf. Juli Zuwachs kriegen (Mutter mit Lamm), sofern alles klappt.

Countrygirl schrieb:
Die Weidefläche, die du beschreibst, hast du sie nach Futtermenge, Lauffläche oder der Zeit für die Beweidung (z.B. wegen Parasiten) so aufgeteilt? Ich habe mir überlegt, ob ich dann das 800 qm Stück in drei Teile teilen würde, damit ausreichend Platz zum laufen vorhanden ist. Oder ist das nicht so sinnvoll? Würden sich dort wohl auch drei Tiere wohlfühlen? Ich möchte sie nicht einquetschen Wink Eine weitere Frage dazu wäre, wenn ich drei Schafe hätte, müsste ich vermutlich mit Heu zufüttern, oder?

Also eigentlich erstmal nach Futtermenge. Bloss sind die Schafe quengelig und wir haben sie letztes Jahr immer zu früh umgesetzt und mussten nachmähen...Blödsinn nur weil die das Gras draussen dann schöner fanden.
Jetzt bleiben sie ein-drei Wochen auf einem Stück je nach Bewuchs und Größe. Ein Stück sind so 200-300qm. das langt für die Schafe zum Austoben, im Winter kriegen sie fast 1000qm zum rumlaufen.
Parasitendruck ist bei der kleinen Schafanzahl auch nicht wirklich groß, wenn wir nach frühestens 5 Wochen auf dem ersten Stück wieder sind, ist da nix eh. mehr vorhanden.
Wenn Du ein 50m Netz hast und im Quadrat aufstellst (max Flächnausnutzung), hast Du 156,25 qm, stellst Du es mit 5mx20m Seiten auf, sind es 100qm.
Bei zwei Netzen hast Du max 25x x 25m = 625qm, also max. die vierfache Fläche anstelle eines Netzes.
Wir nehmen so max. ca. 1,5 Netze, der Rest steht halt "frei", dann haben wir bis max 300qm das langt locker, auch für drei Schafe. Unsere haben sich nicht über Platzmangel beschwert, sind eh meist am Fressen oder Wiederkäuen oder Schlafen...
Heu solltest Du sowieso immer anbieten, und zwar soviel sie wollen. Wird ja auch nicht schlecht. Und für den Winter mit genügend Heu vom zweiten Schnitt (= Grummet = Öhmd) vorhalten. Wir haben heuer für drei Schafe den Winter über (Anf. Nov. - Ende April 15 kleine Quaderballen gebraucht. Grob also 1 Ballen pro Schaf pro Monat. Haben nebenher aber 1 Futterrübe alle zwei Tage gegeben und fast jeden Tag, auch im Sommer, einen ca. 50ml Hafer pro Schaf (also so nen Messbecher mit 150ml voll für drei).

Countrygirl schrieb:
Dann mal noch eine Frage zum Offenstall. Ist es für einen ungeübten Handwerker möglich, selbst einen zu bauen und gibt es da Anleitungen dazu? Ist es nötig, dass man bei einer so kleinen Herde den Unterstand so hoch baut, dass man selbst darin stehen kann?

Es ist die Frage was ungeübt ist.
Meine Frau sagt immer, ich (als geübter Handwerker) baue eher sowas wie Elefantenställe wenns um Stabilität geht.
Wenn Du keine Ahnung hast, wie man sinnvoll ein Tragwerk aufbaut, das auch mal einem rauen Lüftchen standhält, solltest Du lieber einen Kumpel fragen der sowas schon mal gemacht hat.
Blöd ist's nämlich wenn Du beim ersten Gewittersturm raus must und die Schafe unter dem Resten freilegen musst.
Auch die Schafe tragen Ihren Teil dazu bei. Einfach so nen Pfosten in die Gegend stellen ist nicht wirklich gut. Das Schaf schubbert sich dran und bringt das Ding zum Einsturz :-))

Viele Grüße, Tom

Hallo Tom! Hallo Futzek!

Habe mich sehr über eure ausführlichen Antworten gefreut!
Einerseits denk ich, das ist ja alles zu machen, andererseits muss man ja einiges beachten und wo fängt man an? Smile Das mit dem Elektrozaun ist überzeugend, also unbedingt Strom drauf.

Am Sonntag, den 30.05. ist hier in der Gegend, in Klein Schneen (Gemeinde Friedland, Niedersachsen) von 11-18 Uhr Schäferfest auf dem Rittergut. Vielleicht hat jemand von euch Lust, auch zu kommen, oder ist zufälligerweise mit ein paar Schafen da? Ich habe gelesen, dass dort auch verschiedene Schafrassen ausgestellt werden und bin schon ganz gespannt Smile Hoffentlich sind auch ein paar Ouessants da.

Liebe Grüße und bis bald,
Countrygirl
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