Das Ouessant Forum

Normale Version: Die 1. Lammung = Ein Bericht / Biestmilch (Kolostrum)
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Die nächste Lammsaison kommt bestimmt! Hier ein kleiner Erfahrungsbericht mit unserer ersten Lammsaison (die auf Grund der Hilfestellung hier im Forum -insbesondere durch den Hornbläser) gut verlaufen ist.

Da wir keine Erfahrungen hatten, haben wir den Anregungen hier im Forum folgend, alle notwendigen Sachen für die 1.Lammung rechtzeitig beschafft:

Gute Vorbereitung ist die halbe Miete!

- Desinfektionsmittel für die Hände
- Einweghandschuhe
- Jodtinktur (für die Nabelschnur)
- Lämmertrinkflasche mit Nukkel
- Biestmilch-Pulver
- Lämmermilchpulver
- gequetschter Hafer (siehe Bericht für Verwendung)

Biestmilch bekommt man in Zweifel (500 Gramm = 30 Euro) hier:
Fa. Land-Warenhaus
Inh. Herr Regis Canavy
Flämingstr. 35
D-14913 Altes Lager
Tel: +49 (0)3372 - 444384 (Mo-Fr von 9.00 Uhr - 17.00 Uhr)
Direkt: +49 (0)151 - 40020335
Fax: +49 (0)1803 - 551830859 (0,09 Euro/min)
E-Mail: info@land-warenhaus.de

Lämmermilch-Pulver ist in jedem Landhandel für ca. 28 Euro/ 10 kg zu beschaffen.

Rechtzeitige Bestellung ist sicher sinnvoll, damit man nicht erst los rennt, wenn die Lämmer geboren sind.

Unsere Lämmer sind alle in den frühen Morgenstunde geboren worden (zwischen 4 und 6 Uhr).

Wichtig ist, dass die Nachgeburt zeitnah zur Geburt gefunden wird (sonst Tierarzt anrufen).

Muttertier mit Lamm von der Herde trennen (besser Kontaktaufnahme zwischen Mutter und Lamm)

Beei jedem Kontakt mit dem Neugeborenen (in den ersten Tagen) gilt. Gummihandschuhe anziehen und Hände desinfizieren.

Der Lämmerstall sollte sooft wie möglich gereinigt werden.

Unsere Muttertiere habe die Lämmer sofort angenommen und trocken geleckt. Sollte dies nicht stattfinden, kann es hilfreich sein, die Lämmer mit etwas gequetschtem Hafer zu bestreuen. Dann fangen die Muttertiere mit dem Trockenlecken sofort an (Fressgier).

Wir habe auf Anraten unseres örtlichen Schäfers alle Muttertier angemolken, damit die Zitzten frei sind (bei allen Tieren waren "Propfen" vorhanden, die erst -teils mühsahm- durch anmelken entfernt werden mussten)

Alle Nabelschnüre waren ca 3 cm lang. Auf Anraten eines befreundeten Q-Züchters haben wir die Enden in Jod getaucht (Lamm hochnehmen und von unten mit kleiner Schale das Ende desinf.) Wenn die Nabelschnur über 8 cm lang ist, kann diese -laut Tierarzt- mit einer desinf. Schere auf ca 3-5 cm gekürzt (und Ende desinf.) werden.

Innerhalb der ersten 24 Stunden müssen die Lämmer Biestmilch zu sich nehmen. Da die Lämmer kein funktionierendes Immunsystem haben, ist die Versorgung mit dieser "Immunisierungsmilch" dringend notwendig. Die Muttertiere produzieren diese Milch in den ersten 24 STunde und stellen danach "automatisch" die Milchproduktion auf "normale" Lämmermilch um.

Da zwei unserer Lämmer nicht selbst getrunken haben (kein Saugreflex) und auch anlegen an der Mutter nicht half, haben wir die vor der Lammung beschaffte Biestmilch -alle zwei Stunden- in den ersten 24 Stunden verabreicht. Die Milch bei den Muttertieren muss nicht abgemolken werden. Sie bildet sich zurück. Euterkontrolle ist aber notwendig, um Entzündungen zu erkennen. Die Muttertiere sollten bei der Flaschenfütterung unbedingt dabei sein. Dies vermeidet unnötigen Stress.

In den ersten zwei Wochen haben wir alle 3 Stunden (rund um die Uhr) gefüttert. Nach zwei Wochen haben wir auf 3 Mahlzeiten pro Tag umgestellt. Anstrengend, aber sehr erfolgreich!

Tipp: Milch in der Flasche zubereiten. Weiterer fertig angesetzter Milchvorrat für die anderen Lämmer in einer (neuen) Thermoskanne mitgenommen, um Wartezeiten der anderen Lämmer zu verkürzen.

Achtung, die Milch muss warm sein (gem. Anleitung auf der Pulvertüte). Zur Gabe von kalter -gesäuerter- Milch kann hier im Forum nachgelesen werden. Damit haben wir bisher keine Erfahrungen gemacht.

Bei der Fütterung ist es sinnvoll, die "Kleckerspuren" mit einem feuchten Tuch sofort (im Maulbereich etc) zu entfernen. Bietmilch ist wie flüssiger Klebstoff!)

In den ersten Tagen betrug die getrunkene Menge pro Lamm/pro Fütterung ca 20 bis 40 ml. Nach 8 Tagen waren es schon 70 ml. Nach zwei Wochen ca. 200 ml/ pro Fütterung.

Bei dieser Art der Flaschenfütterung ist immer Vorsicht geboten. Es soll keine Zwangsfütterung (wie bei einer Mastgans) sein. Die Gefahr bei einer "Zwangsbetankung" besteht offenbar darin, dass der Pansen ders Lamms überläuft= soll sehr gefährlich sein.

Heute, nach ca. 60 Wochen sind alle Lämmer "fit wie ein Turnschuh" und tollen umher. Vergessen sind die kurzen Nächte.

Was für ein Privileg, diese Erfahrungen machen zu können.

Bei weitere Fragen stehen wir gerne zur Verfügung.
Hallo
das ist doch mal was, besser gehts nicht.
( 60 wochen erscheint mir etwas lang)
gruss vogtländer
Ups = es sind natürlich nur 6 Wochen (auch wenn es einem länger vorkommt.
Gratulation von meiner Seite. Wir hatten zum Glück keine Problem mit der Biestmilch, sondern konnten "problemlos" innerhalb der ersten 48 Stunden unser Böckchen aus einer Zwillingsgeburt anlegen, da es leider ansonsten nicht angenommen worden ist.

Danach haben wir erst einen Tag warm gefüttert und danach kalt. So waren wir uns sicher, dass der kleine auch dann trinken konnte, wenn er wollte und auch insbesondere dann, wenn keiner von uns zu Hause ist. Wir sind halt berufstätig.

mir ist aufgefallen, dass das Lämmermilchpulver bei Euch sehr teuer zu sein scheint. Ich habe beim Raiffeisen um die Ecke bei uns Lämmermilchpulver für 13-14 Euro / 10 Kilo bekommen.

Unser Böckchen ist nun 6 Wochen alt und noch ist ordentlich was davon über. Wie viel braucht man davon wohl?
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