Das Ouessant Forum

Normale Version: Unser Bock ist tot
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Hallo,

ich möchte hier etwas sehr Trauriges berichten. Vielleicht weiss jemand von Euch etwas dazu zu sagen oder hat ähnliches erlebt?

Vor fast genau zwei Wochen wurden unsere vier Quessants (1 Bock, 3 Auen) von professionellen Schafscherern geschoren (hat gerade mal 10-15 Minuten gedauert). Habe darauf hingewiesen, dass sie vorsichtig sein sollen, da Quessants Glöckchen am Hals haben. Insgesamt sind sie recht ruppig (wie ich finde) mit den Schafen umgegangen. Sie hatten zuvor schon 80 Schafe geschoren.

Wie zu befürchten, wurde unserem Böckchen (3-Jahre alt) ein Glöckchen ab-/angeschnitten.

Die TA sagte, dass sei nicht so schlimm. Die TA hat dann gleich noch die Klauen geschnitten und eine Wurmkur durchgeführt (Panacur Boli, die geschluckt werden mussten).

Gleichzeitig hab ich die Schafe auf ein neues Wiesenstück mit neu gebautem Unterstand gesetzt (sie sollten es nach der Schur gut haben ;-)).

Seit der Schur hat sich unser Böckchen verändert verhalten. Er ist sonst ein ziemlicher Rabaucke gewesen, der - seitdem die Lämmer da sind - niemanden auch nur in die Nähe der Wiese gelassen hat (blaue Flecken und Attaken gegen die Tore waren nichts ungewöhnliches).

Doch nach der Schur hielt er Abstand und war deutlich ruhiger. Ich dachte: "Naja, vielleicht hat ihn der Umgang mit den Schafscherern etwas Respekt eingeflöst oder er ist noch etwas geschockt?" Er hat aber normal gefressen, soweit ich das beurteilen kann. Vielleicht etwas übermäßig viel Heu, obwohl noch Gras auf der Wiese ist.

Dann hielt er sich immer öfter im Unterstand auf, liegend und stehend. Meine Frau meinte "Na Böckchen scheint der Unterstand zu gefallen, da kann er die Wiese überblicken und seine Herde beobachten ohne in die Sonne gehen zu müssen."

Ich fand es ein wenig merkwürdig, als er seit ein paar Tagen nicht mehr angerannt kam, wenn ich mich der Wiese näherte, sondern lieber im Unterstand stehen/liegen blieb. "Na, ist er doch friedlich geworden, vielleicht weil die Lämmer jetzt größer sind?". Letztendlich kam er dann aber doch zögerlich angetrottet hat aber nicht geboxt, sondern war völlig friedlich und hat dann gemächlich sein Heu gefressen. Er zeigte aber keinerlei äussere Anzeichen (soweit ich das als Laie beurteilen kann) für eine Krankheit oder Schmerzen und sah ganz normal aus.

Nun war ich ein paar Tage krank und hatte meine Frau vorgestern noch gefragt, was Böckchen so macht, als sie von der Weide zurückkam. Er sei ganz munter und würde mit den Frauen und Lämmern auf der Wiese grasen, wäre aber immer noch sehr zurückhaltend und kein bißchen aggresiv.

Ich kann von unserem Haus aus auf die Wiese sehen und habe die Schafe gestern Abend noch beobachtet. Böckchen (kam in den letzten Tagen nur morgens und abends aus dem Unterstand, was ich auf das heisse Wetter zurückgeführt habe) hat das Heu gefressen und dann mit den anderen gegrast. Es wirkte alles ganz normal.

Heute mittag kam ich auf die Wiese und da lag Böckchen und war tot. Er hatte etwas Schaum vor dem Maul, sah aber sonst völlig unversehrt aus. Habe sofort die TA angerufen. Sie meinte, das kommt vor. Mit 3 Jahren sei zwar etwas früh, aber das passiert nun mal. Schaum vor dem Maul sei auch normal, wenn ein Schaf stirbt. Sie wollte sich das Tier auch nicht mehr angucken, da könne sie ohnehin nichts mehr diagnosizieren.

Ich sollte die anderen Tiere in den nächsten Tagen genau beobachten und wenn irgendetwas auffällig sei, ihr Bescheid sagen. Ich könne das tote Tier auch in die Tierärztliche Hochschule zur Obduktion bringen, wenn ich die Todesursache wissen möchte aber das wäre sehr teuer und lohnt sich nur für große und wertvolle Tierbestände (das ist wohl die ernüchternde Realität).

Tja, das wars. Nun ist unser Böckchen nicht mehr.

Jetzt bin am wundern, woran es gelegen haben kann. Sicher gibt es tausend Möglichkeiten (was falsches gefressen, Herzinfarkt oder sonst etwas), aber ich meine, der Tot hängt unmittelbar mit der Schur, dem Klauenschneiden oder der Wurmkur zusammen. Seit diesem Tag war Böckchen verändert. Kann dabei etwas passieren? Die Wurmkur scheint von den Nebenwirkunken unproblematisch und keinesfalls tödlich, selbst bei Überdosierung. Die kleine Verletzung an dem Glöckchen war auch wieder gut verheilt.

Habt Ihr eine Idee dazu, damit das nicht wieder passiert? Die TA war mir keine wirklich große Hilfe (werde sie vermutlich wechseln, scheint mir nicht so sehr mit Schafen bewandert).
Mahlzeit!

1. Wer Tiere hält wird häufiger mit dem Tod konfrontiert, als Nichttierhalter - es sei man hält Schildkröten....
2. Ja kommt vor, manchmal sogar ganz ohne Ankündigung, daß Schafe tot auf der Weide liegen, auch wenn Sie noch nicht das Alter zum sterben haben.
3. Professionelle Schurkolonnen scheren mehrere hundert Schafe am Tag - die arbeiten im Akkord - da ist keine Zeit und Motivation für Streicheleinheiten - Halter von kleinen Beständen sind oftmals mit Nebenerwerbsscherern besser beraten (auch hier gibt sehr rubuste Gesellen). Wenn Glöckchen abgeschnitten werden - ist das nicht schön, aber auch nicht dramatisch.
4. Eine Wurmkur mit Bolis ist großer Mist - da Schafe dazu neigen beim Wiederkäuen die Tablette wieder hochzuwürgen und dann als Fremdkörper auszuspucken. Bei Suspentionen die oral gegeben werden hat man das Problem nicht.
5. Eine Obduktion ist eventuell nicht wirtschaftlich - wenn man allerdings mehrere ungeklärte Todesfälle hat - kann sie viel weiteren Ärger ersparen!
6. Ein TA der Klauen schneidet - das ist fürsorglich!

Gruß der Hornbläser
Guten Morgen,

ich kann Ihnen zwar keine Antwort schreiben, aber es tut mir sehr sehr leid, mit Ihrem Böckchen, und diesem Verlauf. Sad

Alles Gute, Gruß, Janka
Was den TA betrifft sollte man dankbar sein das er so eine klare Aussage macht. Das ist einer der nicht die Tierliebe ausnutzt um Kasse zumachen.

Schafe sind nun mal Nutztiere, auch wenn einige das anders sehen, ein guter TA sieht das so.

Wie Anton schon geschrieben hat Tiere können sterben, ich habe letztes Jahr eine Aue, trotzt TA, bei der Geburt verloren, das Junge lag quer und war tot, da hab ich mich entschieden das Tier einzuschläfern, man hätte auch ein Kaiserschnitt machen können, aber ob das immer gut geht ist auch eine Frage.

Es ist nicht erfreulich wenn ein Tier eingeht, aber so ist halt die Natur.

Gruß
nosig

nosig schrieb:
Was den TA betrifft sollte man dankbar sein das er so eine klare Aussage macht. Das ist einer der nicht die Tierliebe ausnutzt um Kasse zumachen.

Schafe sind nun mal Nutztiere, auch wenn einige das anders sehen, ein guter TA sieht das so.

Wie Anton schon geschrieben hat Tiere können sterben, ich habe letztes Jahr eine Aue, trotzt TA, bei der Geburt verloren, das Junge lag quer und war tot, da hab ich mich entschieden das Tier einzuschläfern, man hätte auch ein Kaiserschnitt machen können, aber ob das immer gut geht ist auch eine Frage.

Es ist nicht erfreulich wenn ein Tier eingeht, aber so ist halt die Natur.

Gruß
nosig


Ja hallo
kaiserschnitt geht immer gut ist nur eine geldfrage, was ist mir die aue und lamm wert? hatte dieses jahr 2x mal kaiserschnitt 230euro pro aue, 100 euro nachsorge. wie ich schon immer schreibe diese schafe sind keine fleischschafe zum essen sonder man beschaut sie mehr als "Parktiere" also wenn man sich die anschafft und damit züchtet , find ich das man da auch für sorgen/verantwortung nemen muss! Einen gesunden hund schläfert man auch nicht so mal ein wenn die geburt nicht gut verlaufen tut. Ich habe jetzt 11 jahre diese schafe und dieses jahr hatten wir echt pech. Die zwei auen können laut TA nächstes jahr wieder normal lämmer bekommen.

@ dumsel
mir tut das leid mit deinen bock ich weiss auch keine erklärung aber mit den abrasierten glöckchen hat es nichts zu tun. Das ist hier auch schon mal passiert. Geh auf regionale internet bei euch ind der gegend und werbe einen hobbyscherer, hab ich auch gemacht aber die sind teurer als normale scherer aber gehen sorgfälltiger mit den tieren um. Biete 15 euro per schaf aber dann willst du kein blut sehen ! Und die klauen auch gleich versorgt haben.
lg mar

Hallo Dumsel,

uns tut es sehr leid um dein Böckchen.

Für uns ist unsere kleine Schafsherde ein großes Hobby und jedes Tier hat einen hohen Stellenwert.

Wir hatten exakt 1x einen Scherer der sehr brutal mit den Mähs umgegangen ist. Da das aber nicht unsere Philosophie im Umgang mit Tieren ist, haben wir uns im Jahr darauf einen neuen Scherer gesucht. Dieser schert in der Saison auch im Akkord und ist trotzdem angemessen vorsichtig. Das ist wohl die persönliche Einstellung des Scherer, denn finanziell lukrativ ist unsere kleine Herde in Bezug auf den ganzen Aufwand für den Scherer nicht.

Euer Bock ist bestimmt nicht an den Folgen der Schur gestorben. Wir würden dir trotzdem raten, dir das nächste mal einen anderen Scherer zu suchen. Haben auch schon einige Hobby-Schafshalter kennengelernt, die ihre kleine Herde selbst scheren...

Viele Grüße vom Vulkanschäfer

http://www.vulkanschaf.de
Vielen Dank für die Antworten. Sicher ist das die Realität der Tierhaltung, aber trotzdem nicht schön.

Zum Glück sind die anderen Schafe alle froh und munter.

Werde mal sehen, ob ich nicht im nächsten Jahr einen einen anderen Scherer bekomme oder "selbst ist der Mann". Ich muss ja nicht in 15 Minuten fertig sein.

Braucht eine Herde, bzw. die Bocklämmer, eigentlich einen Bock? Unser Bock hat sehr viel mit den Lämmern "gespielt" und mit dem kleinen Bock "Boxübungen" gemacht. Sicher geht es ohne, aber die Frage ist was besser ist?
Ai, es tut mir leid um deinen Bock...Hoffe, dass du jetzt deine Damen behalten kannst!
Der Schafscherer der bei uns im Dorf immer die Bergschafe schert haben wir gefragt für unsere Ouessants. Er hat verweigert, hat einmal einen geschoren und war nicht froh damit. Er hat ein zu großen (breiten) Messer und die Wolle wäre zu dicht...(Und er möchte natürlich um €4 pro Schaf bald fertig sein) Also: Schermaschine ausgeliehen vom Nachbar und selbst die Arbeit gemacht. Hat eine Stunde gedauert und ist nicht recht schön, aber unsere Schafe waren gelassen unter die Arbeit und nicht blutig geschoren.

Das rundum das Thema 'Scheren'...
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