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GEMO Nationalausstellung 2018 in Le Dresny, Photos
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TomTom
Altschaf
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GEMO Nationalausstellung 2018 in Le Dresny, Photos

Hallo,
am Samstag, dem 08. September, fand in Plessé-Le Dresny im Département Loire-Atlantique die diesjährige Nationalausstellung des französischen Ouessant-Zuchtverbandes GEMO statt.

Das Département Loire-Atlantique gehört heute zur Region Pays de la Loire. Aus historischer Sicht handelt es sich jedoch um ein bretonisches Département und die Mehrheit der Bewohner befürwortet auch heute noch eine Wiedereingliederung in die Bretagne.

In der Ortschaft Le Dresny findet alle vier Jahre ein bedeutendes Fest zu Ehren und zur Erhaltung des Vache Nantaise  statt. Das Nantaise ist eine alte robuste Rinderrasse aus der Region, die auf den unterschiedlichsten Böden, u. a. auch auf Feuchtwiesen, gehalten werden konnte und sowohl wegen ihrer Arbeitskraft, ihres Fleisches als auch ihrer Milch geschätzt wurde. Auf dem Fest werden neben dem Vache Nantaise regelmäßig auch andere historische und schützenswerte Nutztierrassen aus dem Westen Frankreichs präsentiert. Das mehrtägige von vielen tausend Menschen besuchte Fest stellt mit seinen zahlreichen Begleitveranstaltungen (u. a. Darstellungen historischer Ackerbaumethoden mit Zugochsen, Baumstammrücken mit schweren Arbeitspferden, Hütehunde im Einsatz, Darstellungen nachhaltiger Anbaumethoden, Musik- und Tanzevents und viel leckerem Essen) ein echtes Highlight in der Region dar.



Diesen angemessenen Rahmen nutzt regelmäßig auch die GEMO um in Le Dresny die Rasse Ouessant zu präsentieren und ihren Concours abzuhalten. Immerhin handelt es sich bei dem Ouessant um eine alte bretonische Schafrasse. Da dieses französische Züchtertreffen auch immer wieder gerne von Ouessant-Züchtern aus dem Ausland besucht wird, sieht die GEMO in dem concours auch ein wichtiges Element zur Erhaltung der Rasse. In diesem Jahr besuchten Ouessant-Freunde und Züchter aus Belgien, Italien und Deutschland das Treffen. Die deutsche AG (Arbeitsgemeinschaft zur Erhaltungszucht des bretonischen Ouessantschafes) nutzte die Tour in die Bretagne darüber hinaus um einige befreundete bretonische Züchter zu besuchen. Aus Italien begleitete uns unsere Komplizin Steffi, der wir nicht nur für ihre hervorragende Unterstützung bei den Übersetzungen sehr dankbar sind.

Insgesamt nahmen 17 Züchter mit zusammen 165 Tieren an dem concours teil. Dabei handelte es sich um 121 schwarze Ouessants und um 42 weiße. Darüber hinaus waren zwei Tiere anwesend, die als autres couleurs (andere Farben) geführt wurden. Dabei handelte es sich um einen Bock der Variante noir décoloré (gris/grau/faded) und um ein weibliches karamellbraunes (braun) Tier. Der Bock wurde, seiner Grundfarbe entsprechend, im Wettbewerb den schwarzen Böcken zugeordnet. Die braune Aue nahm nicht am Wettbewerb teil.

Die teilnehmenden Züchter stammten aus den folgenden Herkunftsregionen:
Bretagne (inkl. historische Bretagne): 13 Züchter
Hauts-de-France: 2 Züchter
Normandie: 1 Züchter
Nouvelle-Aquitaine: 1 Züchter

Dieses Bild entspricht durchaus der geographischen Verteilung der Spitzenzuchten in Frankreich. Sie sind, neben Zuchten im Département Nord (Region Hauts-de-France) und im Département Eure (Region Normandie) mehrheitlich in den bretonischen Départements ansässig.

Im folgenden Verlauf des Berichtes werde ich entsprechend den inzwischen gültigen Datenschutzbestimmungen, keine personenbezogenen Daten privater Züchter nennen. Stattdessen werde ich mich auf Angaben zu den Herkunftsdépartements der jeweiligen Zuchten beschränken. Die detaillierteren Ergebnisse des Wettbewerbes sind dann, sobald sie online gestellt worden sind, der Website der GEMO zu entnehmen.

Ich hoffe trotzdem, dass interessierte Leser sich anhand dieses kurzen Berichtes einen annähernden Eindruck von dem Ablauf des GEMO-Züchtertreffens 2018 machen können.



Die Ouessants wurden während des concours in Buchten untergebracht, die zum Schutz vor der kräftigen Sonne mit Schilflagen abgedeckt waren.
Zu sehen ist die Bucht der schwarzen Böcke eines Züchters aus dem Département Finistère, Bretagne. Seine schwarzen Jährlingsböcke weisen Größen zwischen 42 cm und 44 cm auf. Der ausgestellte schwarze Altbock ist 47 cm groß.



Die Schattenplätze waren höchstwillkommen. Hier ein Blick in die Bucht eines Züchters aus dem Département Loire-Atlantique, hist. Bretagne. Seine ausschließlich aus weißen Tieren bestehende Zucht umfasst nur wenige Tiere. Dennoch konnten Ouessants aus seiner Zucht in der Vergangenheit immer wieder Spitzenplätze auf den Züchtertreffen belegen.



Vor dem eigentlichen Wettbewerb wurde die Größe aller ausgestellten Tiere ermittelt. Der hier zu sehende weiße Altbock aus einer Zucht aus dem Département Finistère, Bretagne, ist mit 45 cm wünschenswert klein.



Direkt nach dem Messen wurden die Tiere mit ihrer jeweiligen Wettbewerbs-Nr. versehen. Dieser 40 cm große Jährlingsbock stammt aus einer Zucht aus dem Département Côtes-d’Armor, Bretagne.



Traditionell beginnt der Wettbewerb bei jedem concours mit der Präsentation der weißen Jährlingsböcke. Den Prix d'honneur in dieser Klasse, in der nur wenige Tiere ausgestellt wurden, gewann der vorne links zu sehende 42 cm große Jährling aus einer Zucht aus dem Département Loire-Atlantique, hist. Bretagne.



Noch während der Präsentation der weißen Jährlingsböcke wurden bereits am Rande des Ringes weiße Altböcke bereit gestellt. Der in der Bildmitte zu sehende, auch 42 cm große Altbock mit der Wettbewerbs-Nr. 149 gewann dann wenig später den 1er Prix. Er stammt aus einer Zucht aus dem Département Eure, Normandie.



Eine Detailaufnahme zu Schwanzformen bei einigen weißen Altböcken. Wünschenswert ist im Allgemeinen ein Schwanz, der in seiner Länge das Sprunggelenk nicht überragt, sondern möglichst kürzer ist. Ob die Schwanzspitze nur kurze Haare aufweist und somit eher spitz ausläuft, oder ob sie deutlich bewollt ist, das ist vom Rassestandard nicht ausdrücklich geregelt. Dieses Kriterium spielt bei der Beurteilung der Tiere in Frankreich keine Rolle.



Die Aufnahme zeigt diejenigen Böcke, die während des Wettbewerbes der weißen Altböcke in die engere Auswahl für eine Prämierung gekommen sind. Aus dieser Gruppe wählte die Jury dann die Siegertiere der Klasse aus. Der Prix d'honneur, die höchste mögliche Prämierung in einer Klasse, ging für einen 45 cm großen Altbock an einen Züchter aus dem Département Finistère, Bretagne.



Stellvertretend für die Präsentationen der weißen Auen möchte ich dieses Bild von dem Wettbewerb der weißen Jährlingsauen zeigen. Zu sehen ist im Vordergrund eine 41 cm große Jährlingsaue aus dem Bestand des Parc Naturel Régional d'Armorique, Département Finistère, Bretagne. Beide Spitzenprämierungen bei den Klassen der weißen Auen gingen an zwei verschiedene Züchter aus dem Département Loire-Atlantique, hist. Bretagne.


Fortsetzung folgt.

Viele Grüße,
TomTom

03.10.2018 14:00
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GEMO Nationalausstellung 2018 in Le Dresny, Photos - TomTom - 03.10.2018 14:00

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