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Bocklämmer
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AK2o1o
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Beitrag: #21
RE: Bocklämmer

Ich hab ehrlich gesagt die Tage mal ins Forum geschaut, oben bei den Verkäufen "ohne Papiere" ist ein Böckchen nach dem anderen Abzugeben
" supergünstig" oder "mit nicht so toller Hornstellung"
" auf keinen Fall zum schlachten " " Ganz zahn" etc.
Da geht mir echt der Hut hoch- Tierliebe geht anders als sich seiner Problemfälle so zu entledigen.
Und in ein paar Monaten werden dann die Fragen der Käufer beantwortet zum Thema " Hörner wachsen ein" oder "der Bock ist so böse"- so kann man auch ein Forum am Leben erhalten.
Und :nein es spricht natürlich nichts dagegen Tiere zu verkaufen, aber manche Anzeige liesst sich schon sehr verzweifelt und geradezu danach das sie bloß um jeden Preis weg sollen. Auch wenn jetzt schon klar ist, das sich der Anfänger, für den Bockgruppen ja so empfohlen werden dann kastriert werden müssen, etc.
Sehe das hier nur ich so?

Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 02.09.2015 20:32 von AK2o1o.

02.09.2015 20:24
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AK2o1o
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Beitrag: #22
RE: Bocklämmer

Und mit ca. 120 Lebenstagen hat ein junger Bock bei uns mehr auf den Rippen als ein Riesenaninchen- finde ich völlig ok

02.09.2015 20:26
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Sylvestra
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Beitrag: #23
RE: Bocklämmer

Was ist denn nun los? Mähschäfle hat ganz klar vormuliert einen Denkanstoß formuliert, muß es denn jetzt gleich so abwertend werden?

Wenn jemand sich bemüht sein Tier abzugeben und nicht unbedingt daran verdienen will ist das etwas ganz anderes als einen Problemfall zu entsorgen. Was auch immer man darunter verstehen mag.

Natürlich gibt es faire "Schlachter" und merkwürdige "Tierfreunde", aber das ist hier nun wirklich nicht das Thema.

Emotionalität ist ja schön und gut, aber Beiträge im Forum derart und teilweise pauschal an den Pranger zu stellen geht zu weit.

Man kann durchaus verschiedener Meinung sein und trotzdem respektvoll bleiben.

Das ist natürlich ein Appell, aber durchaus ebenfalls ein Denkanstoß.

Liebe Grüße

Sylvestra

02.09.2015 22:30
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Mähschäfle
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Beitrag: #24
RE: Bocklämmer

Hallo Ak10,

Ich glaube wir haben eine etwas andere Sichtweise zum Thema Schlachten:-)
..... doch der Verbleib der Tiere nach dem Verkauf ist uns beiden wichtig oder dass Tiere nicht so achtlos verscherbelt werden und später durch zig Hände wandern... Aber solange im 1000qm Garten gezüchtet werden darf werden die überschüssigen Böckchen billig verkauft weil die eben keinen Platz haben. Deshalb sollte sich jeder Gedanken über das Vermehren und der Verbleib der Überschüssigen Lämmern machen. Macht es überhaupt Sinn?

Zum Thema zahme Böcke....

Wenn man normalen Umgang zu den in einer Bockgruppe lebenden Böcken pflegt wird man kaum Probleme haben.
Mit normalen Umgang meine ich sie nicht ständig mit Leckerli und zusätzliche Futterportionen zu "verwöhnen".
Sie nicht ständig am Kopf streichelt .... Am Besten gar nicht....
Böcke sind keine Kuscheltiere!!!
Sie sind schön anzuschauen auf einer schönen Wiese.
Hatte in der Bockgruppe noch nie Probleme mit meinen Böcken...
Wenn ich zur Weide komm werde ich freundlich begrüßt ... Alle rennen her schauen kurz und gehen dann ihren gewohnten Trott weiter... fressen:-)
Es freut mich diese schönen Tiere zu beobachten... Ab einem gewissen Alter wirken sie richtig stolz fast schon arrogant.... Ich mag sie und das wird sich nicht ändern.

Thema Anfänger
Ob man sich jetzt nun zwei Auen und ein Bock zulegt oder drei Böcke? Dann lieber drei Böcke als Anfänger, denn unausgelastete Böckchen in einer kleinen Auengruppe neigen dazu aggressiv zu werden....

Kastraten sind auch ok.... Nur sie haben nicht so ein schönes Gehörn...
Meiner Erfahrung nach werden Kastraten größer und dicker wie ein unkastrierter Bock. Werden auch ganz zahm und nett....

Grüßle schickts Mähschäfle


Ouessantschafe "von den Heubergwiesen"
02.09.2015 23:17
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futzek
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Beitrag: #25
RE: Bocklämmer

Bockgruppen - kastriert oder nicht - sind auch aus meiner Sicht super auch für Starter.
Sie sind leiser und solange sie unter sich sind gut zu händeln.
Natürlich sind sie rüpeliger untereinander als Damen aber das kann man einplanen.

Meine Bockgruppen leben friedlich miteinander.

Es gibt jedoch auch "Ekel" die sind jedoch auch in einer normalen Herde nicht umgänglich.


Viele liebe Grüße

Martina

Fairness ist die Kunst sich in den Haaren zu liegen, ohne sich gegenseitig die Frisur zu zerstören
03.09.2015 13:34
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dummsel
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Beitrag: #26
RE: Bocklämmer

Frisch aus dem Urlaub möchte ich hier meine Gedanken zum Thema äussern und hoffe weiterhin auf eine sachliche Diskussion.

1. Das Schlachtgewicht entscheidet nicht, ob ein Tier geschlachtet wird oder nicht. Es werden deutlich kleinere Tiere geschlachtet (Kanninchen, Hühner, Wachteln, Tauben, etc.) und deutlich größere (z.B. Elefanten, etc.) nicht geschlachtet.

2. Auch das Alter ist nicht entscheidend. Masthühner sind heute superschnell gemästete Küken im Erwachsenenformat.

3. Man kann grundsätzlich gegen das Verwerten von Tieren sein, dann sollte man konsequent Vegetarier sein, ansonsten ist das "scheinheilig".

4. Warum soll man eigene Tiere unbedingt selbst schlachten/verwerten? Diese Logik erschließt sich mir nicht. Es gibt sogar Vegetarier, die Nutztierzucht betreiben. Ein Großteil der Menschheit sind keine Selbstversorger. Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang an irgendeinen Heldenepos, wo der Held sagte "iss nie ein Tier, dass Du nicht selbst getötet hast".

5. Leider benötigen Herdentiere, was Schafe nunmal sind, i.d.R. nur ein männliches Tier auf eine größere Anzahl weibliche Tiere. So hart das vielleicht für einige klingen mag, es ist das Schicksal der Böcke, dass sie nicht alle gebraucht werden, egal wer sie züchtet. Darf man deshalb keine Herdentiere mehr züchten? Dann sterben die Tiere aus.

6. Was ist daran verwerflich, dass man überzählige Tiere - auch Böcke - zum Verkauf anbietet (wegen 5. s.o.) und so den Tieren die Chance auf ein "neues Zuhause" eröffnet? Es gibt viele Züchter, die grundsätzlich alle überzähligen Böcke "wegschlachten" oder als Hundefutter verwerten und sich nicht die Mühe machen, die Tiere zu veräussern.

7. Ich finde es dem potentiellen Käufer gegenüber nur fair, dass man darauf hinweist, dass die Tiere aufgrund nicht so guter Hornstellung nicht zur Zucht genommen werden sollten. Ansonsten reist der eine oder andere evtl. aus großer Entfernung vergebens durchs Land.

8. Warum soll man solche "nicht dem von Menschen definierten Standard entsprechenden" Tiere pauschal (selbst) schlachten? Es gibt viele Tierliebhaber, die für die Tiere eine Verwendung finden, denen Hornstellung und Rassestandard egal sind, die nicht züchten wollen, etc.. Es soll sogar Menschen geben, die Bockherden, Mischlinge oder Kastraten halten. Bei Pferden gibt es meines Wissens nach (habe keine Pferde und nicht wirklich Ahnung davon) Tiere, die nicht mehr geritten werden können und dann als Beisteller abgegeben werden. Warum sollte die Besitzerin diese zum Abdecker bringen oder besser noch selber schlachten?

9. Was ist daran schlimm, wenn man nicht über den Profit nachdenkt und solche Tiere günstig abgibt anstatt sie pauschal zu schlachten? Der Preis hat im Übrigen m.E. nichts (oder gerade?!) mit der Wertschätzung eines Tieres zu tun. Sicher wäre einfach wegschlachten die bequemere und schnellere Lösung für das "Problem", aber es muss legitim sein, darüber anders zu denken.

03.09.2015 20:35
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Sylvestra
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Beitrag: #27
RE: Bocklämmer

Gut gesprochen, Dummsel. Dem ist nichts mehr hinzu zu fügen.

Liebe Grüße

Sylvestra

03.09.2015 23:37
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Kaulquappe Volli
Jungschaf
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Beitrag: #28
RE: Bocklämmer

dummsel schrieb:
Frisch aus dem Urlaub möchte ich hier meine Gedanken zum Thema äussern und hoffe weiterhin auf eine sachliche Diskussion.

1. Das Schlachtgewicht entscheidet nicht, ob ein Tier geschlachtet wird oder nicht. Es werden deutlich kleinere Tiere geschlachtet (Kanninchen, Hühner, Wachteln, Tauben, etc.) und deutlich größere (z.B. Elefanten, etc.) nicht geschlachtet.

2. Auch das Alter ist nicht entscheidend. Masthühner sind heute superschnell gemästete Küken im Erwachsenenformat.

3. Man kann grundsätzlich gegen das Verwerten von Tieren sein, dann sollte man konsequent Vegetarier sein, ansonsten ist das "scheinheilig".

4. Warum soll man eigene Tiere unbedingt selbst schlachten/verwerten? Diese Logik erschließt sich mir nicht. Es gibt sogar Vegetarier, die Nutztierzucht betreiben. Ein Großteil der Menschheit sind keine Selbstversorger. Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang an irgendeinen Heldenepos, wo der Held sagte "iss nie ein Tier, dass Du nicht selbst getötet hast".

5. Leider benötigen Herdentiere, was Schafe nunmal sind, i.d.R. nur ein männliches Tier auf eine größere Anzahl weibliche Tiere. So hart das vielleicht für einige klingen mag, es ist das Schicksal der Böcke, dass sie nicht alle gebraucht werden, egal wer sie züchtet. Darf man deshalb keine Herdentiere mehr züchten? Dann sterben die Tiere aus.

6. Was ist daran verwerflich, dass man überzählige Tiere - auch Böcke - zum Verkauf anbietet (wegen 5. s.o.) und so den Tieren die Chance auf ein "neues Zuhause" eröffnet? Es gibt viele Züchter, die grundsätzlich alle überzähligen Böcke "wegschlachten" oder als Hundefutter verwerten und sich nicht die Mühe machen, die Tiere zu veräussern.

7. Ich finde es dem potentiellen Käufer gegenüber nur fair, dass man darauf hinweist, dass die Tiere aufgrund nicht so guter Hornstellung nicht zur Zucht genommen werden sollten. Ansonsten reist der eine oder andere evtl. aus großer Entfernung vergebens durchs Land.

8. Warum soll man solche "nicht dem von Menschen definierten Standard entsprechenden" Tiere pauschal (selbst) schlachten? Es gibt viele Tierliebhaber, die für die Tiere eine Verwendung finden, denen Hornstellung und Rassestandard egal sind, die nicht züchten wollen, etc.. Es soll sogar Menschen geben, die Bockherden, Mischlinge oder Kastraten halten. Bei Pferden gibt es meines Wissens nach (habe keine Pferde und nicht wirklich Ahnung davon) Tiere, die nicht mehr geritten werden können und dann als Beisteller abgegeben werden. Warum sollte die Besitzerin diese zum Abdecker bringen oder besser noch selber schlachten?

9. Was ist daran schlimm, wenn man nicht über den Profit nachdenkt und solche Tiere günstig abgibt anstatt sie pauschal zu schlachten? Der Preis hat im Übrigen m.E. nichts (oder gerade?!) mit der Wertschätzung eines Tieres zu tun. Sicher wäre einfach wegschlachten die bequemere und schnellere Lösung für das "Problem", aber es muss legitim sein, darüber anders zu denken.


Hallo Leute,
schöne Zusammenfassung von Dummsel zu dieser Diskussion.
Ich freue mich jeden Tag über meine 3 Jungs, wenn ich nachsehe ob alles OK ist. Manchmal setze ich zu ihnen nur um sie zu beobachten, dann spüre ich die therapeutische Wirkung, die diese Tiere auf mich haben! Sicherlich entsprechen meine 3 Böcke nicht dem Standard den professionelle Züchter ansetzen, na und!
Ich hoffe wir sind noch viele Jahre beisammen und sind für einander da!
Wer, wie ich nicht züchten möchte, aber Landschaftspfleger braucht, dem kann ich nur eine Bockgruppe empfehlen!
Auf geht´s!


Schöne Grüße aus der schönen Hansestadt Lübeck

Kaulquappe Volli
05.09.2015 14:35
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TomTom
Altschaf
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Beiträge: 588
Gruppe: IGOU Mitglieder
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Bewertung: 1
Beitrag: #29
RE: Bocklämmer

dummsel schrieb:
5. Leider benötigen Herdentiere, was Schafe nunmal sind, i.d.R. nur ein männliches Tier auf eine größere Anzahl weibliche Tiere.


Hallo,

das ist schon richtig. Dennoch leben bei Wildschafen die Mehrheit der Böcke ohne die Auen in seperaten Kleingruppen. Ein Beispiel dafür sind die Mufflons oder auch verwilderte Hausschafe wie die Soay in ihrem Ursprungsgebiet auf dem St. Kilda-Archipel vor der schottischen Westküste. Lediglich zur Deckzeit suchen die Böcke die Auengruppen auf.
Zum Decken kommen dann aber nur die dominanten kräftigeren Böcke.

So gesehen ist das halten von reinen Bockgruppen auch heute nichts unnatürliches.

Auch in der jüngeren Schäfereigeschichte sind Bestände mit höheren Anteilen männlicher Tiere nichts ungewöhnliches. Ein schönes Beispiel sind die zahlreichen Heidschnuckenherden in den oldenburgischen Heidegebieten des 19. Jh.s. Unter den Tieren, die älter als ein Jahr waren, lag der Anteil der Hammel, also der kastrierten Böcke, z.T bei um die 33%. Der Anteil der Deckböcke lag bei 5%.
Hier lag der Schwerpunkt der Schafnutzung primär auf der Düngerproduktion und Wollproduktion. Die Fleischpruduktion hatte demgegenüber einen nachrangigen Stellenwert.

Es kommt also immer auf den Nutzen an, den wir aus unseren Schafen ziehen wollen. Ich meine am nützlichsten sind die Ouessant als ökologisches Mähwerk auf kleinen Flächen ... und das können Böcke und Hammel genau so gut wie Auen. Ich finde das sollte immer wieder betont werden.

Viele Grüße,
TomTom.

06.09.2015 15:14
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