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Noch offene Zaunfragen
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Mähschäfle
Schaf
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Beitrag: #11
RE: Noch offene Zaunfragen

TomTom schrieb:
als eine für Regionen mit durchschnittlichen Böden ganz brauchbare Faustregel kann gelten: Generell können 3 erwachsene Ouessants + Lämmer auf 1000 m2 Weidefläche gehalten werden.....

Das heisst grob gesagt: 1 Bock und zwei Auen.
Oder andere Variante: 3 Auen.
Oder andere Variante: 3 (bis 4) Böcke....


Also tut mir Leid... da kann ich Dir nicht zustimmen...
Für fünf Ouessants rechne ich immer ab 2500 qm...
Erstens fünf sind eine Herde...am besten 5 Auen....
und zweitens haben die Tiere genug Platz um sich aus dem Weg zu gehen...z.B zum gebären...
Ich bin strikt gegen die Haltung von Bauplatz Schäfchen!!
Stellt euch vor 1000qm sind ca. 31,36x31,36 Meter....

1000 qm sind ruckzuck abgefressen... bei euch im Norden vielleicht nicht doch allein der Parasitendruck ganzjährig auf so ner Kleinen Fläche find ich schon bedenklich...

Nichts für UngutRolleyes
Grüßle Mähschäfle


Ouessantschafe "von den Heubergwiesen"
19.01.2017 13:17
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TomTom
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Beitrag: #12
RE: Noch offene Zaunfragen

[/quote]
Also tut mir Leid... da kann ich Dir nicht zustimmen...
Für fünf Ouessants rechne ich immer ab 2500 qm...
[/quote]



Sorry Mähschäfle,
wenn ich bei uns nur 5 Ouessants auf 2500 m2 stellen würde, dann würden sie bald mit dem Kopf nicht mehr aus dem Gras rausgucken können. Alles würde zuwuchern.

Übrigens: Die von mir oben genannte Faustregel hat Hand und Fuss. Auch der niederländische Zuchtverband FOS spricht eine ähnliche Empfehlung aus. Entsprechende Aussagen findet man auch in der Fachliteratur zur allgemeinen Koppelhaltung von Schafen.
Wir sprechen ja von Koppelhaltung. Da wird davon ausgegangen, dass der vorhandene Aufwuchs ausgenutzt wird ohne die Grasnarbe zu schädigen. Es geht nicht um die Pflege von Naturschutzgebieten.

Zitat aus der Fachliteraur zur Koppelhaltung:

Stanislaus von Korn, Schafe in Koppel- und Hütehaltung, 1992, S. 88.

"Der Tierbesatz auf den Weideflächen kann nach folgenden Maßstäben bestimmt werden:
- Besatzstärke (MS + NZ/ha): Anzahl Mutterschafe inkl. Nachzucht, die im Jahr auf den zur Verfügung stehenden Weiden gehalten werden, wobei auf diesen Flächen auch das Winterfutter gewonnen wird. ... Auf Weiden mit mittlerem Ertragsniveau können durchschnittlich 8 bis 10 Mutterschafe + Nachzucht pro ha (= 10 000 m2) gehalten werden."


Der Autor spricht von den üblichen großen Schafrassen. Da haben die Mutterschafe ein Gewicht von 75 - 80 kg. Ein Mutterschaf wiegt also soviel wie 5 Ouessantauen ... und hat demnach einen durchschnittlichen Bedarf von 1000 m2 Weidefläche.
Da ist die oben genannte Faustregel für die Besatzstärke auf durchnittlichen Böden (3 erwachsene Ouessants, bei Zufütterung im Winterhalbjahr) sogar noch moderat.

Was den Parasitendruck angeht ... regelmäßige Wurmkuren sind ja wohl selbstverständich und werden hier vorausgesetzt.
Eine Anmerkung: Mein ältestes Ouessantschaf ist ein Hammel, der in diesem Jahr 16 Jahre alt wird. Er hat sein Leben in einem Bestand mit einer oben genannten Besatzstärke verbracht. Im Grunde war er nie krank. Parasitenprobleme hatte er schon gar nicht.

Übrigens ... der Begriff "Bauplatz Schäfchen" ist ein bisschen sehr polemisch. Wenn es darum geht eine kleine Weide kurz zu halten, dann eignet sich die Rasse Ouessant geradezu ideal dafür. Das ist eine Nische, in der sie auch in Zukunft existieren kann. Sie erfüllt dann eine Rolle als Nutztier und nicht nur als Zier- und Kuschelschaf.

Viele Grüße,
TomTom

19.01.2017 20:18
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Mähschäfle
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Beitrag: #13
RE: Noch offene Zaunfragen

TomTom schrieb:
Übrigens ... der Begriff "Bauplatz Schäfchen" ist ein bisschen sehr polemisch.


Also unsachlich? Tzzz!!!
Dann bleiben wir hier mal bei der Tatsache, dass 3 Schafe keine Herde sind... ein Herdengefühl besteht erst ab 5 Schafen aufwärts... ob das jetzt Merinos sind oder kleinbleibende Ouessants...

Ich finde das unmöglich wenn Weidetiere egal welcher Rasse oder Gattung auf Kleinen Flächen ganzjährig weiden müssen zwischen Kot und Urin... wie ich bereits oben geschrieben habe sind 1000qm nicht viel.... das sind etwa 30Meter Zaun auf jeder Seite... und das ganzjährig? Also tut mir Leid, so sieht für mich keine gute Weidemanagement aus... wie soll man den 1000qm noch abteilen?



Ich seh's doch in der Praxis... die Schafe fressen, picken sich das Beste raus und dann ist Schluss mit Weiden... da wird abgebaut und woanders aufgebaut um meinen Schafen mit frischen Nährstoffen zu versorgen... bei Bedarf wird nachgemulcht... so sieht bei mir Landwirtschaft aus;-) Mag sein wenn den Schafen keine andere Möglichkeit besteht, sie das Gras kurz halten...

Tut mir echt Leid TomTom... ich schätze Dein Wissen um diese tolle Rasse sehr, doch in diesem Punkt kann ich Dir nicht zustimmen:-/

Grüßle Terri


Ouessantschafe "von den Heubergwiesen"
19.01.2017 20:57
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Mähschäfle
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Beitrag: #14
RE: Noch offene Zaunfragen

Hier noch ein trauriges Beispiel aus dem letzten Jahr:

Eine Käuferin hielt sich nicht an meine Vorgaben und hielt vier Bocklämmer von mir auf 500qm im Stromzaun... und wollte immer so weiterziehen... zu geizig zwei Zäune mehr zu kaufen... nach drei Wochen hing der erste tot im Strom weil er zum frischen Gras auf die andere Seite wollte...
Bin total traurig darüber! Das war so unnötig dieser Tod!


Ouessantschafe "von den Heubergwiesen"

Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 19.01.2017 21:21 von Mähschäfle.

19.01.2017 21:21
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Zappo
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Beitrag: #15
RE: Noch offene Zaunfragen

Hallöchen zusammen
Ich mische mich mal in die Diskussion ein als sogenannter "Parzellen-Schafhalter".
Ich habe neben grösseren Wiesen einige eben solcher Bauparzellen. Die einen reichen gerade für eine Woche, andere unterteile ich, damit ich alle 1- 1 1/2 Wochen einen Weidewechsel machen kann. Für die kleinen Schäfchen sind diese kleineren Weiden oft sehr abwechslungsreich. Die einen haben Hecken, andere viele verschiedene Bäume, die einen sind flach, andere sind richtig bergig mit Felsen und Mauern. Ebenso ist dort die Pflanzenvielfalt viel grösser als bei angesäten Wiesen. Auf jeden Fall lieben meine Kleinen diese Wechsel offensichtlich und wissen genau, wohin und in welcher Reihenfolge die "Reise" geht und trotten, bzw. rennen zielsicher auf die neue Parzelle zu. (Diese sind alle in Sicht-, bzw. Hörweite zu unserem Wohnhaus - sehr praktisch). Ebenso kommt dazu, dass die sonst nicht genutzten
Parzellen sehr rasch verbuschen. Da haben meine Kleinen bereits viel Arbeit geleistet und dies wird von den Anwohnern sehr geschätzt! Ich rechne pro Ouessantschaf 300- 500 qm, je nach Pflanzenaufwuchs (das Wetter und auch die topographische Lage spielen hierbei eine sehr grosse Rolle). Bei Grasüberschuss mache ich Winterfutter daraus, ansonsten kaufe ich auch noch Heu dazu.

Liebe Grüsse, Zappo

19.01.2017 21:57
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Mähschäfle
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Beitrag: #16
RE: Noch offene Zaunfragen

Zappo ja genau:-)

.... so stelle ich mir das vor!
Koppelhaltung bedeutet kurze Weidedauer und längere Ruhepause der Wiese.
Meine Schafe lieben auch diese Abwechslung und es macht auch uns Menschen Spaß von Weide zu Weide zu laufen...
Schafe ganzjährig auf nur eine kleine Fläche zu halten ist nicht richtig...wie bereits auch erwähnt wegen dem Parasitendruck.

Grüße Terri


Ouessantschafe "von den Heubergwiesen"
19.01.2017 22:10
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Garou
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Beitrag: #17
RE: Noch offene Zaunfragen

Also wieviele würdet ihr mir raten für 3500 m2 Obstwiese?
Von 1000m2 minimum für 3 Tiere hab ich auch meist gelesen. Ich denke damit ist einfach das absolute Minimum gedacht.
Ich würde schon gerne mind. 5 Schafe halten wollen und gerne nicht nur nie absolute Mindestgrenze an Weidenplatz anbieten. Ich möchte einfach dass alles passt und sie sich wohl fühlen. Ob es jetzt 2 Schafe mehr oder weniger sein sollen ist mir da auch nicht so wichtig. Meine Idealvorstellung wären halt so 5-7 abwr ich wär auch für alles offen...

20.01.2017 00:09
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TomTom
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Beitrag: #18
RE: Noch offene Zaunfragen

Hallo,

ich möchte nochmal daran erinnern: Bei Garou geht es um 3500 m2 und um die Ermittlung einer dieser Fläche angepassten Bestandsgröße. Dafür erst einmal die Fausregel.
Danach muss man die Bestandsgröße gegebenenfalls anpassen.

Viele Grüße,
TomTom

20.01.2017 00:18
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Anton Hornbläser
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Beitrag: #19
RE: Noch offene Zaunfragen

Mahlzeit,

der Flächenbedarf ist sehr stark vom Aufwuchs abhängig. Man darf hier die Wesermarsch nicht mit einer Streuobstwiese im Mittelgebirge vergleichen.
In der vegetationsreichen Zeit Mai bis Juli kann ich mit 30 Mutterschafen plus Lämmer ein ca. 8000qm großes Stück gerade so kurz halten, das ist eine Besatzdichte von fast sieben Tieren pro 1000m². Wenn ich dies als Grundlage für meine Jahresplanung nähme, käme ich in Teufels Küche, da spätestens ab September sehr große Mengen Heu benötigte...

Bei einer Streuobstwiese konkurriert das Gras mit den Bäumen - da würde ich generell schon mal doppelt so viel Fläche einplanen wie gewöhnlich. Wenn dies die einzige Fläche ist und noch keine Erfahrung mit der Beweidung gemacht wurde, wäre ich auch eher vorsichtig und würde nicht zu viele Tiere nehmen - eventuell kann man mit dem Züchter Absprachen treffen, ob er die Tiere dort in der vegetationsreichen Zeit parken kann, oder man isst im Herbst ein zwei Böcke auf, die man im Frühsommer ersetzt....

Nicht jeder kann optimale Bedingungen herstellen - darf jemand der nur 90% erreicht keine Tiere halten, oder müssen es 120% sein?

Wer bei uns in der Gegend nicht selber Winterfutter erzeugt hat generell keine Chance so zu arbeiten wie Mähschäfle - nach sechs Wochen ohne Beweidung findet man die Schafe auf der Wiese nicht mehr wieder....

Da die Standorte alle verschieden sind kann man kaum einen pauschalen Ratschlag geben - einige Erfahrungen muss man selber sammeln...

1000m² sind für drei Tiere und Jahr die Untergrenze - das wären bei fünf Tieren 1666m² auf einer Streuobstwiese 3333m² damit könnte man also anfangen und muss sehen wie es läuft und die entsprechenden Konsequenzen daraus ziehen.

Gruß der hOrnbläser

20.01.2017 09:22
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Garou
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Beitrag: #20
RE: Noch offene Zaunfragen

Ja ich denke so um den Dreh mache ich das.
Wir haben keine Marschböden o.ä. Wir haben lehmigen Boden der sich gut bewachsen lässt. Die Obstbäume sind nicht dicht gepflanzt sondern weiträumig versteut. Bis jetzt sind Nachbars Bio-Kühe, welche unsere großen Weiden pachten auch 2-3 mal im Jahr zum abgrasen drauf, da bleobt dann nicht viel stehen. Also die Wiese hat keine besonderen negativen Eigenschaften wollte ich damit sagen.
Der Biobauer hat mir auch angeboten seine Kühe mal drüber zu lassen wenn zuviel von den Schafen stehenbleibt. Das ist auch toll. Trotzdem fänd ichs besser wenn die Schafe das allein hinkriegen. Mit Kühen ist das immer schwierig mit unseren nachgepflanzten Obstbäumen. Es ist wirklich sehr sehr aufwändig diese zu schützen. Und wir wollten nochmal nachpflanzen dieses Jahr...Naja wird sich zeigen wie es läuft.

Noch eine Frage dazu, wann wechselt ihr die Weide? Sofort wenn ihr seht dass sie nicht mehr viel Gras fressen wollen? Oder wartet ihr wenn noch viel stehengeblieben ist und sie nicht mehr grasen wollen? Werden sie verwöhnt wenn mann zu schnell wechselt, sodass sie nur noch die Leckereien fressen und dann weiter wollen?

20.01.2017 10:13
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