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Stall und Weide
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Löckchen
Lamm
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Beitrag: #1
Stall und Weide

Hallo zusammen,
als blutige Anfänger (wir planen 3 Ouessantschafe auf ca. 1200qm) sind bei uns noch ein paar Fragen zur Organisation der Umweidung und der Stallhaltung offen:

1. Wie lange können die Tiere maximal auf einer Weidenparzelle stehen, bevor sie wegen der Parasiten umgesetzt werden sollten? Wir würden unsere Weide nämlich gerne aufgrund des Umrisses in nur zwei Parzellen unterteilen: Reicht es, die Tiere alle 6 Wochen umzusetzen, damit die andere Weide 6 Wochen Zeit hat, um Parasiten loszuwerden?
2. Wir planen einen kleinen Stall, den wir bei der Umweidung umsetzen wollen, damit wir nicht für jede Weide einen Stall brauchen. Da wir ihn ohne Boden errichten (Steinboden wäre ja zu schwer, Holzboden würde sich voll Urin saugen...), können wir ihn nicht einfach mit Rädern ausstatten. Habt ihr Tips, wie wir den Stall regelmäßig transportiert bekommen? Und wir macht ihr das?
3. Wir haben Apfelbäume auf der Weide stehen. Damit die Tiere zur Erntezeit an Äpfel gewöhnt sind, würden wir gerne Äpfel regelmäßig als Grünfutter zufüttern, auch im Sommer. Spricht etwas dagegen? Und wieviel Apfel pro Tier pro Tag maximal?

Über Euren sachkundigen Rat würden wir uns sehr freuen!

01.04.2017 17:50
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Anton Hornbläser
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Beitrag: #2
RE: Stall und Weide

Mahlzeit,

zu 1)
Nehmen wir mal die Magenwürmer - da sie am häufigsten sind und bei massivem Auftreten den Tieren echt zusetzen können.
Unter optimalen Bedingungen können ausgeschiedene Eier sich in fünf bis sechs Tagen zur infektiösen Larve entwickeln. Bei feucht kaltem Wetter können diese Larven mehrere Wochen auf der Weide überleben.
Um also die Infektionskette vollständig zu unterbrechen müßte man die Schafe alle vier Tage auf eine unbelastete Weide bringen bei sieben Wochen Wartezeit bräuchte man dem entsprechend zwölf verschiede Weiden. Du siehst also, man kann den Parasitendruck maximal verringern. Mit zwei Stücken ist selbst das noch nicht so dolle, m.E. sollten es mindestens vier sein. Bei so kleinen Stücken schränkt man aber die Bewegungsmöglichkeit der Tiere doch recht stark ein.

zu 2)
Man kann einen Stall auch bei einem Vierer-System in die Mitte stellen, man muß ihn nur so bauen, dass die Schafe von jedem Stück aus Zugang haben, dieser aber auch verspert werden knn.

zu 3)
Bäume sollten gegen Verbiss geschützt werden bzw. man sollte ein Auge drauf haben, sonst sind die Bäume unter Umständen hin. Wenn Du den Tieren das Fressen von Äpfeln beibringen möchtest, reicht einer am Tag für alle. Im Frühjahr könnte es sein das sie die verschmähen. Gras schmeckt halt besser vor allem junges. Wenn die Tiere Fallobst fressen, entwickeln die eigenlich recht sicher ein Gefühl dafür wieviel sie davon fressen können. Auf jeden Fall sollte Heu angeboten werden -damit können die Tiere ein Zuviel an Äpfeln wieder kurrieren.

Gruß der hOrnbläser

01.04.2017 19:14
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Löckchen
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Beitrag: #3
RE: Stall und Weide

Herzlichen Dank für die ausführliche Antwort!
Eine Rückfrage zu Punkt zwei: Wenn man den Stall in die Mitte stellt und permanent nutzt, wie wird man denn dann die Parasiten im Stall los? Viele der Parasiten lassen sich nach meinem Wissen nichtmals mit gägnigen Infektionsmitteln abtöten.

01.04.2017 19:46
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Anton Hornbläser
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Beitrag: #4
RE: Stall und Weide

Löckchen schrieb:
Viele der Parasiten lassen sich nach meinem Wissen nichtmals mit gägnigen Infektionsmitteln abtöten.


HiHi!

Keimfrei gibt es nicht! Wäre auch gar nicht gut.
Ausmisten bei Weidewechsel und mit Brandkalk abstrteuen neue Einstreu drüber und gut ist.

Man kann den Parasitendruck immer nur reduzieren nicht eliminieren, auch wenn die Ouessants klein sind, sind sie deutllich widerstandsfähiger als die meisten anderen Schafe.

Ein Stall mit festem Boden läßt sich deutlich besser sauber und trocken halten. Ein Unterstand ohne Boden zum Umsetzen beschert Dir immer eine Stickstoff-Inseln auf der Weide, dort wachsen dann gerne Brennesseln und die Schafe fressen das dort besonders geile Gras nicht.

Gruß der hOrnbläser

01.04.2017 22:11
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Elisa
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Beitrag: #5
RE: Stall und Weide

Hallo,
meine beiden Ställe haben einen Betonboden, der schon so vorhanden war.
Da lässt sich ganz gut ausmisten.
Danach lasse ich diesen Stall ablüften und kurz bevor die Schäfchen, da wieder hinkommen, kommt neues Stroh rein.

Grüßel Elisa

02.04.2017 21:48
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Löckchen
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Beitrag: #6
RE: Stall und Weide

Herzlichen Dank für die Informationen!!!

11.04.2017 15:37
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CasiAri
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Beitrag: #7
RE: Stall und Weide

Huhu!
Ich habe eine 1000qm-Wiese mit 6 noch jungen Obstbäumen. Die Wiese ist ab dem frühen Frühjahr in 3 Parzellen geteilt. Ein Stall steht am Ende der Wiese recht mittig, sodass ich von Parzelle zu Stall einen "Gang" mache, sodass der Stall immer zugänglich ist, egal welche Parzelle beweidet wird. Bis jetzt haben wir garkeine Probleme mit Parasiten, trotz "kleiner" Fläche. Sie bekommen im Winter viel Heu, immer Sommer so wie sie es wegfuttern. Der Verbrauch reduziert sich locker um 2/3, wenn nicht sogar auf noch weniger.
Der Stall hat bis jetzt auch kein Parasitenproblem, trotz Naturboden und von den Schafen "selbst" eingestreutem Heu (auf dem von mir vorgesehenen Stroh).
Ich stelle die Schafe um, wenn ich das Gefühl habe, dass dir Parzelle runter gefressen ist. Da ists mir egal, ob es 4, 6 oder 8 Wochen sind.

Zur Freude der Nachbarskinder dürfen unsere Schafe ein paar Mal pro Woche eine "Apfel-Möhren-Menü" bekommen. Sie überfressen sich aber auch sonst nicht am Fallobst. Da gab es bei uns jedenfalls noch nie Probleme. Die Bäume sind nur mit Kaninchenstaht gegen das Abfressen der Rinde geschützt.

11.04.2017 17:14
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Heuraufe
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Beitrag: #8
RE: Stall und Weide

Anton Hornbläser schrieb:

Löckchen schrieb:
Viele der Parasiten lassen sich nach meinem Wissen nichtmals mit gägnigen Infektionsmitteln abtöten.

... Ein Unterstand ohne Boden zum Umsetzen beschert Dir immer eine Stickstoff-Inseln auf der Weide, dort wachsen dann gerne Brennesseln und die Schafe fressen das dort besonders geile Gras nicht.
Gruß der hOrnbläser


Das ist wohl wahr, aber ich habe festgestellt, dass, wenn man die Brennnesseln immer schön abmaeht oder auch, wenn's ordentlich geregnet hat, ausreisst, man die "Brenn Esel" ganz gut unterdrücken kann...
Von diesen "Grautieren" hab' ich eh reichlich und lass' dennoch immer ein paar stehen, damit z. Bsp. der Admiral, das Tagpfauenauge oder der kleine Fuchs (andere Schmetterlingsraupen hab' ich noch nicht an den hiesigen "Eseln" gesehen) ihren Spass haben.

Apropos Spass: Wenn ihr euch mal an den Brennnesseln "verbrannt" habt (was ja eigentlich nicht soo lustig ist), lindert zerriebener und auf die entsprechende Stelle gegebener Spitzwegerich sehr schnell die Pein - das ist echt magic! Ist aber eher OT und deswegen: Schweigen auf der Weide...

Beste Grüsse vom "Raufer'l"

12.04.2017 03:18
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brombeerg
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Beitrag: #9
RE: Stall und Weide

macht Heu von den Brennnesseln, sie lieben es!

Wir haben einen in drei Seitenteile und Dach zerlegbaren Weideunterstand, einigermaßen schnell aufzubauen und passt auf einen Autoanhänger (für die armen "Wanderschäfer" ohne eigene Fläche).

Gruß Brombeerg

23.04.2017 09:25
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