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Aue und Lamm im Wohngebiet
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Lottchen
Jungschaf
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Beitrag: #1
Aue und Lamm im Wohngebiet

Hallo,
bislang war ich nur stille Mitleserin hier im Forum seit mich vor 2 Jahren das "Ouessant-Fieber" infiziert hat ;-)
Seit Juli 2017 haben wir 6 Ouessants (2 kastrierte Böcke, einen Bock und 3 Auen). Weil der Bock erst ein Jahr alt ist dachten wir schon, er hätte seine Mädels diesen Winter noch nicht gedeckt, aber am Sonntag Morgen stand plötzlich ein wunderschönes kleines schwarzes Auenlamm mit am Zaun.
Nun haben wir aber ein Problem bzw. eine Sorge: das Grundstück, auf dem wir die Tiere halten, ist 7000 qm groß, den Schafen geht es dort richtig gut, Wiese, aber auch sehr viel alter Baumbestand, massiver 2m hoher Zaun drum herum plus Totholzhecke. Viele, sehr viele Möglichkeiten für den Fuchs, sich von der Herde unbemerkt anzuschleichen. Wir wohnen etwa 15 Minuten mit dem Auto entfernt. Täglich hinzufahren in der Lammsaison war natürlich immer geplant und sogar 2 mal täglich wäre vielleicht möglich trotz 3 kleiner Kinder.
Mein ursprünglicher Gedanke war, die Herde wird schon aufpassen, wenn Lämmer da sind und der Fuchs wird sich schon keines holen..... So, nun ist die kleine aber auf der Welt und wir bringen es nicht über uns, sie auf dem großen Grundstück "mitten in der Wildnis" zu lassen..... Unser erstes Lamm :-)
Also haben wir sie samt Mutterlamm zu uns nach Hause geholt. In unseren Garten im Wohngebiet! Ich weiß, hier haben solche Tiere eigentlich nichts zu suchen. Aber wir haben Angst vor dem Fuchs..... Streß für die Aue war das mit dem Transport eher weniger, sie sind alle sehr zahm.
Zum einen bin ich hier beruhigt, dass es hier weniger fuchsgefährlich ist, zum anderen erschien mir die Aue nach der Geburt sehr dürr und hier hatte ich nun die ersten Tage ein besseres (vor allem fast ständiges) Auge auf die Entwicklung des Lammes. Nun möchte ich die beiden natürlich möglichst bald wieder zur Herde zurückbringen. Aber die Sorge wegen des Fuchses bleibt.
Gestern haben wir bei der Herde festgestellt (sind ja Anfänger), dass die Flanken einer der anderen Auen ziemlich eingefallen sind, das Euter erscheint mir größer und praller als sonst (wie gesagt, die Tiere sind zahm... meine 8-jährige füttert vorne, ich taste von hinten ;-) Ich sehe schon alle 3 Auen mit ihren Lämmern bei uns zu Hause im Garten (zumindest hat die Aue, die jetzt mit Lamm bei uns ist, dann einen Teil ihrer Herde bei sich)....
Lange Rede kurzer Sinn: Schafhaltung im Wohngebiet ist nicht erlaubt, das ist mir klar. Aber was ist "Haltung"? Wenn ich jetzt 3 Tiere für 3 Wochen oder so hier habe, übergangsweise, bis die Lämmer zu groß sind für den Fuchs, kann mir da einer vom Amt oder aus der Nachbarschaft wohl was? Ist das "Schafhatung im Wohngebiet"? Die direkten Nachbarn finden es klasse, sie wissen, es ist nur kurz, dass die Tiere hier sind und da hier vor allem Familien mit Kindern sind, stehen die eh immer am Zaun und beobachten fasziniert die Hühner.... Aber vom Weg aus kann man leider in unseren Garten gucken und sieht nun 2 Schafe....
Angst um meinen schönen Rasen habe ich eher weniger (meine Töchter sammeln wie die wilden Kräuter, Äste, Wiese hier drum herum, was sowieso lieber gefressen wird als normaler Rasen im Garten), mir geht es um die Sicherheit der Lämmer bzw. des Lamms und aber auch um den Frieden in der Nachbarschaft...
Wie realistisch ist meine Angst vor dem Fuchs? Da der Fuchs auch tagsüber kommt, würde es ja nicht einmal ausreichen, Mutter und Lamm nachts aufzustallen auf unserem großen Grundstück..
Tut mir leid, jetzt ist es ein kleiner Roman geworden ;-)
Vielen Dank für eure Antworten und liebe Grüße!
Nina

25.04.2018 09:58
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dummsel
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Beitrag: #2
RE: Aue und Lamm im Wohngebiet

Ich hätte im Wohngebiet mehr Angst vor plötzlich verschwundenen Schafen, als vor dem Fuchs auf der Weide.

25.04.2018 21:26
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Bianca
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Beitrag: #3
RE: Aue und Lamm im Wohngebiet

Hallo Nina!
Ich würde einfach abwarten.
Jeden Tag, wo sich keiner beschwert, kann das Lämmchen wachsen und größer werden.
Und was soll passieren, wenn sich einer beschwert?!?
Ich glaube nicht, daß du gleich mit einer Geldstrafe rechnen mußt.
Die Polizei wird dich drauf ansprechen und eine sofortige Umsiedlung der Schafe verlangen.
Das Ordnungsamt wird selbiges verlangen.
Dann müssen die Schafe halt zurück auf die große Wiese.
Sollte jemand das Veterinäramt einschalten, kannst du denen bestimmt deine Hintergründe dieser Unterbringung verständlich erklären.
Wie gesagt, ich würde einfach abwarten. Jeder Tag ist ein gewonnener Tag für das Lamm.
Hauptsache deine Schafe blöcken nicht ständig und verhalten sich ruhig.
Wenn die Mutter nach der Herde ruft, wird es anstrengend.
Wünsche dir viel Glück und viele verständnisvolle und tierliebe Nachbarn!!!
Wer kann so einem Lämmchen schon widerstehen??
VLG Bianca


Wer ein WOFÜR im Leben hat, der kann fast jedes WIE ertragen.
-Friedrich Nietzsche-
25.04.2018 22:32
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CasiAri
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Beitrag: #4
RE: Aue und Lamm im Wohngebiet

Huhu!
In welchem Bundesland wohnst du denn bzw wo genau steht denn, dass du die Tiere nicht im Wohngebiet halten darfst?
Ich bin nicht so gut informiert, weiß aber, das Landwirtschaft und Wohngebiet nicht kombiniert werden kann/darf/muss. Aber Ouessants sind ja keine „landwirtschaftlich relevanten“ Tiere. Ouessants werden doch gerade deshalb als „Gartenschafe“ betitelt?

Ich habe meine Gruppe seit Jahren neben dem Haus auf einem eigenen Grundstück stehen, Polizei und Ordnungsamt laufen und fahren fast täglich dran vorbei und sagen nix.
Das Grundstück ist jetzt allerdings nicht von 3 Seiten mit anderen Häusern verbaut wie in so einem Massenmenschhaltungswohngebiet ;-)

Ehrlich gesagt seh ich das auch garnicht sooo selten, sogar auch mit anderen Schafrassen und Ziegen. Das sind dann immer relativ große Grundstücke die höchstens an freistehend bebaute Grundstücke grenzen.

Und zur Sicherheit kannst du doch auch sicher mal beim zuständigen Landwirtschaftsverband, der Stadt, Veterinäramt oder Ordnungsamt nachfragen?
Vielleicht kennen die notfalls auch einen Landwirt/ Stallbeaitzer, der dir für ein paar Wochen etwas fuchssicheren Platz zur Verfügung stellt? ZB tagsüber Wiese und über Nacht eine Pferdebox oder so?

Ich wünsch dir super viel Freude mit deinem Lämmchen! Das ist soooo eine tolle Zeit!

26.04.2018 07:29
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Lottchen
Jungschaf
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Beitrag: #5
RE: Aue und Lamm im Wohngebiet

Vielen Dank für eure Antworten!
Wir wohnen in Sachsen.....sehr große Stadt, zwar am Rande, aber dennoch Stadtgebiet, in einem Neubaugebiet. Als wir gebaut haben vor 6 Jahren war hier noch recht wenig los und es erschien uns einigermaßen ländlich, aber in den letzten Jahren haben die hier gebaut wie die wilden und es ist schon sehr "eng" hier. Alles Einfamilienhäuser mit Grundstücken um die 500 qm.... Kein Dauer-Verweilgebiet für Schafe. Aber zum Glück viele Familien mit kleinen Kindern, die natürlich unsere Tiere gern bestaunen. Bei Freunden haben sich die Nachbarn aber sogar mal über lautes Froschgequake aus deren Teich beschwert.... Die schneiden hier hier teilweise ihren Rasen quasi mit der Schere, von Tierhaltung halten die meisten hier nicht viel. Wir passen hier nicht so rein, stelle ich immer wieder fest. Wir mit unseren Hühnern im Garten und 2 Kaninchen sind eh schon Exoten wegen der Tierhaltung. Jetzt noch Schafe....die Nachbarschaft glaubt, wir spinnen. Die Aue hat zum Glück bisher nicht oft geblökt. Heute aber habe ich das Gefühl, sie will langsam zur Herde zurück und wird phasenweise etwas lauter...
Kleintiere darf man hier halten und ein Ouessant als "Zwergschaf" bekäme man vielleicht als Kleintier durch, wenn es sowieso nur für eine kurze Zeit hier ist. Aber ihr habt recht, jeder Tag ist gewonnen für das Lamm.
Die andere Aue hatte gestern ihr Lamm noch nicht, mal sehen, was uns heute erwartet, wenn wir hinfahren nachsehen.
An Diebstahl habe ich ehrlich gesagt gar nicht gedacht.....ein guter Hinweis! Nachts sind die beiden in einem ehemaligen Entenstall untergebracht, der nur so erreichbar ist, dass man unter unserem offenen Schafzimmerfenster vorbei muss und sich die Aue zu schnappen oder ihr Lamm wird nicht geräuschlos passieren können, da würde sie meckern ;-)

Ich warte erst mal ab und lasse das Lämmchen etwas größer werden, bis dahin mache ich hier penibel alles sauber damit nichts riecht und hoffe, die Aue verhält sich still. Am Wochenende sind wir sowieso fast den ganzen Tag bei der Herde, da nehmen wir die beiden vielleicht wieder mit hin. Die kleine soll ja auch Sozialverhalten in der Herde lernen.

Dass unser Bock die Lämmer vor dem Fuchs beschützen würde bezweifle ich fast. Der ist sozusagen "lammfromm". Wahnsinn, wie ruhig und in sich ruhend der ist. Der verpennt sicher den Fuchs.... ;-) Da kann ich mich eher auf die Auen verlassen, die sind wachsamer.

Das sind übrigens die beiden, von denen wir hier sprechen....
   

Und so sieht es aus, wenn ein Lamm im Garten eines Einfamilienhauses rumspringt..... Glückliche Kinder! :-)
   

26.04.2018 10:14
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