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Merkmale: Niederlande vs. Frankreich
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Kirsche
Lamm
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Beitrag: #1
Question  Merkmale: Niederlande vs. Frankreich

Hallo,
ein paar Infos habe ich dazu schon gefunden, vor allem vom Hornbläser, hier http://www.ouessant.de/Forum/Upload/show...214#pid214 und hier http://www.ouessant.de/Forum/Upload/show...209#pid209

Dazu hätte ich gerne mehr Infos, am liebsten bitte Bilder, die die jeweils typgerechten Tiere deutlich darstellen.

Besonders interessiert mich dabei die Kopfform bzw. das Gesicht.
Es gibt Tiere mit recht langen Schnauzen und konträr dazu Tiere mit regelrechten Teddygesichtern.

Wenn wir mal das Herdwickschaf als Vergleich hernähmen, entspräche das (nur in Bezug auf den Kopf) eher niederländischer oder französischer Abstammung?

Und haben die verschiedenen Herkünfte auch verschiedene Hornformen?

Gruß
Kirsche

PS
Es geht (mir persönlich!) jetzt hier gar nicht um Farben (und ganz besonders nicht um hitzige Schimmeldiskussionen!).

Danke Smile

08.01.2019 15:13
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Anton Hornbläser
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Beitrag: #2
RE: Merkmale: Niederlande vs. Frankreich

Mahlzeit,

hier mal zwei Themen mit Bildern.

Die länge der Wolle, das Alter der Tiere und der aktuelle Fütterungszustand haben natürlich auch Einfluß auf die Optik des Tieres....

Hier
und Hier

Gruß der hOrnbläser

10.01.2019 21:39
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Anton Hornbläser
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Beitrag: #3
RE: Merkmale: Niederlande vs. Frankreich

Mahlzeit,

inzwischen wirst Du Dir die Bilder wohl angesehen haben.
Wie Dir eventuell aufgefallen ist ist nicht alles streng französischer, bzw. niederländischer Typ....
Zwischen 2000 und 2005 haben zwei Züchter in Deutschland die Zucht stark beeinflußt, sie hatten ihre Tiere bei der FOS in Holland registriet. Die beiden waren quasi Nachbarn und haben vieles gemeinsam gemacht. Da beide ziemlich viele Tiere hatten und auch fleisig importiert haben hat deren Geschmack den Bestand in D sehr stark bestimmt. Beide haben Tiere wie die "Bakkershove" Tiere im Didambericht bevorzug (auch wenn die Qualität damals noch nicht so gut war).
Die Tiere die 2005 aus Frankreich nach Deutschland kamen waren deutlich kompakter (kürzer im Rücken breiter in der Brust) und auch viel kleiner. Daraus hat sich dann diese zwei Typen-Theorie entwickelt.
Inzwischen gibt es in den Niederlanden aber auch Züchter, die breitere volluminösere Tiere haben, ebenso gab es bereits früher schlankere längere Tiere in Frankreich (die waren uns aber nicht bekannt).
In dem Bildertest siehst Du zum Beispiel Laval, der 2010 aus Frankreich importiert wurde, Für einen Franzosen hatte er ziemlich Länge, In Holland sieht man Böcke mit so viel Brustumfang und Körpervollumen eher selten. In Holland achten einige Züchter sehr auf die Farbe und möchten das schwärzeste Schwarz haben - das spielt bei vielen Züchtern in Frankreich eher eine untergeordnete Rolle.
In Holland wird oftmals auf die Länge (Rückenlänge zwischen Vorder und Hinterhand) geachtet, man bevorzugt eher lange Tiere, mit der Begründung, daß die Schafe hier ihre Lämmer tragen und dort auch der Verdauungstrakt viel Platz braucht. Meine Meinung ist da etwas anders: Ouessants ziehen in der Regel nur ein Lamm auf (sind dabei auch noch echte Umsatztypen (Milchproduktion statt Muskelaufbau) und ich muß keine Schlachtlämmer mit langem Rücken für breite Kotletts produzieren, deswegen dürfen sie etwas kürzer sein (eher Kleinwagen und keine Strechlimo).
In Frankreich gibt es den Trend zu sehr kleinen Tieren (Böcke < 45cm und Auen < 42cm) in Holland wird das strikt abgelehnt und Schafe mit weniger als 42cm bekommen kein S-Prädikat. Ich bevorzuge Schafe von 44cm (klein genug auch einem schlechten Tag aber nicht besonders klein) Ich möchte gesunde robuste Tiere, die problemlos lammen und säugen. Werden sie zu klein, ist das eventuell nicht mehr gewährleistet. Wenn eine gute Mutter nur 39cm hat ist das aber auch völlig i.O.

Gruß der hOrnbläser

Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 25.01.2019 08:09 von Anton Hornbläser.

14.01.2019 22:09
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Barbara H.
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Beitrag: #4
RE: Merkmale: Niederlande vs. Frankreich

Danke für die gute Erklärung!

24.01.2019 15:02
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Kirsche
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Beitrag: #5
RE: Merkmale: Niederlande vs. Frankreich

Da kann ich mich Barbara nur anschliessen!

Ich will nicht undankbar wirken, ich weiß Deinen Aufwand zu schätzen.
Entschuldige also bitte, daß ich mich jetzt erst wieder melde, ich bin Deinen Ausführungen mit Spannung gefolgt!

Durch die unterschiedlichen Zustände der Tiere bei den Bildaufnahmen fällt es mir schwer, die Unterschiede deutlich zu erkennen.
Verstanden habe ich es - Tiere "kategorisieren" könnte ich jedoch wohl nicht, dazu fehlt mir "das Auge".

Auf Kopf- und Hornform bist Du gar nicht eingegangen, kann ich also rückschließen, daß es da keinen französischen oder niederländischen "Trend" gibt?

Gruß
Kirsche

25.01.2019 12:29
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Anton Hornbläser
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Beitrag: #6
RE: Merkmale: Niederlande vs. Frankreich

Kirsche schrieb:
...Auf Kopf- und Hornform bist Du gar nicht eingegangen, kann ich also rückschließen, daß es da keinen französischen oder niederländischen "Trend" gibt?...


In Frankreich gelten symetrische Hörner mit einer einzigen Windung großen Durchmessers wobei die Hornspitzen nicht nach außen stehen sollen als das Ideal (Hörner wie beim Muflon).
Dieses Ideal entspricht allerdings nicht der Wirklichkeit - auch wenn der Trend auf den Ausstellungen eindeutig in diese Richtung geht. Historisch gesehen ist das völliger Schwachsinn, die Zahl der Hornformen ist Legion!
In den Niederlanden ist man nicht so verbissen beim Ideal, Symetrie und einen großen Hornradius bevorzugt man aber auch dort. Auffällig ist, daß bei vielen niederländischen Linien die Hörner viel schneller wachsen als bei franzöischen. 2013 habe ich in Frankreich einen Züchter nach dem Alter seines Bockes gefragt, in meiner Frage habe ich meine Vermutung von zwei, oder drei Jahren zum Ausdruck gebracht -worauf hin ich einen erstaunten Blick erntete, die Antwort war acht Jahre.
Auch hier will ich mich gerne positionieren... die Vielfalt gehört m.E. hier zur Rasse und ich züchte durchaus mit Böcken deren Hörner nicht dem Schönheitsideal entsprechen (Siehe SEL Roc'h Hir 2) - wobei man hier echt schauen muß, das man nicht über die Stränge schlägt. Asymetrie wird auch sehr hartnäckig von den Damen vererbt, ebenso kleine Hornradien - also muss man schauen wer hier mit wem darf. Dafür muß man die Schafe und deren Vorfahren gut kennen sonst produziert man Schlachttiere und keine Zuchtböcke.
Zu den Köpfen... Du findest selten schlanke Tier mir breitem Kopf und anders herum und wenn Du sowas hast fällt das derart auf, daß Du einen solchen Bock bestimmt nicht zur Zucht einsetzt, weil das sehr unproportional aussieht.
Für die Zucht ist wichtig: setze niemals extrem breite Böcke mit breitem Kopf auf junge extrem schlanke Auen - da sind Komplikationen bei der Lammung vorprogrammiert. Wer da den Typ seiner Herde verändern will muß das Schrittweise tun.

Gruß der hOrnbläser

P.S.: Wenn Du was wissen willst stelle ruhig konkrete Fragen - ich habe viele Dinge so verinnerlicht, daß ich davon ausgehe, daß das alles bekannt ist bzw. mir durch rutscht. Gerade wenn ich die Antwort zwischen Tür und Angel verfasse.

26.01.2019 15:08
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